Apothekerin kämpft gegen 25.000 Euro Verlust nach Merck-Rechnungsbetrug
Sofia ReisingApothekerin kämpft gegen 25.000 Euro Verlust nach Merck-Rechnungsbetrug
Carolin Schleußinger, Inhaberin der Marien-Apotheke in Roding, droht ein Verlust von bis zu 25.000 Euro, nachdem sie gefälschte Rechnungen des Pharmakonzerns Merck erhalten hatte. Die Betrugsmasche lässt sie an der Reaktion des Unternehmens zweifeln – mittlerweile hat sie rechtliche Schritte eingeleitet, um den Streit beizulegen.
Die Probleme begannen, als Schleußinger eine scheinbar echt aussehende Rechnung von Merck erhielt. Sie prüfte die Angaben, darunter ein neues Bankkonto und eine spanische Adresse, doch nichts erschien ihr verdächtig. Erst später wurde ihr klar, dass Cyberkriminelle ihre Apotheke ins Visier genommen hatten.
Schon im vergangenen Jahr hatten ähnliche betrügerische E-Mails unter Apotheken kursiert, die das Rechnungssystem von Merck nachahmten. Mittlerweile hat das Unternehmen eingeräumt, dass es sich um gezielte Cyberangriffe auf Rechnungsempfänger handelte. Auf der Startseite des Merck-Webshops wird inzwischen vor geänderten Bankverbindungen gewarnt.
Trotz des Betrugs fordert Merck von Schleußinger die Begleichung derselben Rechnung ein zweites Mal. Sie argumentiert, die Betrüger hätten die Systeme des Konzerns angegriffen, nicht ihr Unternehmen, und wirft dem Pharmariesen vor, das Problem zu vertuschen. Aus Sorge um unterbrochene Medikamentenlieferungen hat Schleußinger Anzeige bei der Polizei erstattet und einen Anwalt eingeschaltet, um die Forderung anzufechten.
Ihr Fall zeigt, wie anfällig Apotheken für Rechnungsbetrug sind. Merck reagierte zwar mit einer Warnung, nachdem es mehrere Meldungen über gefälschte Abrechnungen gab – doch betroffene Unternehmen wie das ihre kämpfen weiterhin um rechtliche und finanzielle Klärung. Die Entscheidung wird zeigen, ob Schleußinger die strittige Summe zahlen muss – oder ob Merck den Schaden trägt.






