Autohandel in der Krise: Warum die Elektrifizierung Tausende Werkstätten bedroht
Tomislav PaffrathAutohandel in der Krise: Warum die Elektrifizierung Tausende Werkstätten bedroht
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) – früher bekannt als VAD – drängt auf mehr politischen Einfluss für die Branche. Burkhard Weller, Autohändler und einflussreiche Stimme im Verband, warnt vor den Folgen der Elektrifizierung für den Handel. Seine Bedenken kommen zu einer Zeit, in der die Branche mit möglichen Kürzungen bei Fördergeldern und einem schrumpfenden Servicegeschäft konfrontiert ist.
In einer aktuellen Folge des AUTOHAUS-Podcasts skizzierte Weller die anstehenden Herausforderungen. Er betonte, dass ohne klare Richtlinien der Zugang zu Förderungen für Elektroautos erschwert werden könnte. Seine Forderungen umfassen eine schnellere Umsetzung, eine rückwirkende Gültigkeit ab dem 1. Januar sowie Unterstützung für junge Gebrauchtwagen.
Weller kritisierte zudem das aktuelle Förderverfahren als zu bürokratisch. Er forderte ein System, das sich nahtlos in die Verkaufsprozesse integrieren lässt, ohne zusätzlichen Aufwand. Seine Äußerungen folgen ersten Gesprächen in Berlin, wo der ZDK-Präsident feststellte, dass Politiker Unternehmer ernster nehmen, wenn diese direkt das Wort ergreifen.
Das größere Problem, so Weller, sei der Rückgang im Servicebereich. Sollte die Elektrifizierung im aktuellen Tempo voranschreiten, rechnet er mit einem Rückgang der Werkstatteinnahmen um bis zu 50 Prozent. Diese Entwicklung könnte viele Autohäuser zur Schließung zwingen – mit der Folge, dass in Deutschland weniger als 12.000 Standorte und nur noch etwa 3.000 unabhängige Händler übrig blieben.
Der Vorstoß des ZDK für klarere politische Rahmenbedingungen spiegelt die wachsende Verunsicherung in der Branche wider. Die Händler stehen unter Druck durch sich ändernde Vorschriften und ein schwindendes Servicegeschäft. Wellers Warnungen unterstreichen die Dringlichkeit von Maßnahmen, um die Zukunft des Sektors zu sichern.






