Batteriezug auf der Ländchesbahn startet emissionsfreie Ära zwischen Wiesbaden und Niedernhausen
Alan JunkBatteriezug auf der Ländchesbahn startet emissionsfreie Ära zwischen Wiesbaden und Niedernhausen
Seit Mitte Dezember verkehrt auf der Ländchesbahn-Strecke zwischen Wiesbaden und Niedernhausen ein batteriebetriebener Zug. Das Pilotprojekt markiert einen Schritt in Richtung emissionsfreier Mobilität auf nicht elektrifizierten Strecken in Hessen. Vier tägliche Verbindungen nutzen bereits die neue Technologie, während stark frequentierte Linien weiterhin auf Dieselzüge angewiesen sind.
Der batterieelektrische Zug verbraucht im Testbetrieb rund 70 Prozent weniger Energie als dieselbetriebene Modelle. Behörden sehen darin eine praktikable Lösung für Strecken, auf denen eine vollständige Elektrifizierung nicht umsetzbar ist. Ziel ist es, die gesamte Ländchesbahn bis 2032 klimaneutral zu betreiben und den Dieselantrieb vollständig abzuschaffen.
Neue Entwicklungen in Wiesbaden könnten die Fahrgastzahlen auf der Strecke steigern. Das Wohnprojekt Erbenheim-Süd, der geplante BKA-Campus in Kalkofen und das Wachstum im Ostfeld-Viertel werden voraussichtlich die Nachfrage erhöhen. Um dies zu bewältigen, umfasst die Neugestaltung der Ländchesbahn einen neuen Haltepunkt in Erbenheim, der näher an der Berliner Straße liegt und barrierefrei gestaltet wird. Allerdings bleibt die Strecke eingleisig, was Kritiker als mögliche Einschränkung für künftige Erweiterungen sehen.
Geplant sind zudem 15-Minuten-Takte zwischen Wiesbaden und dem Umland. Dafür wären jedoch zusätzliche Überholgleise nötig, da die aktuellen eingleisigen Abschnitte die Kapazitäten begrenzen.
Der batterieelektrische Testbetrieb senkt den Energieverbrauch und unterstützt Hessens Ziel eines emissionsfreien Schienenverkehrs. Häufigere Verbindungen und neue Stationen sollen die wachsende Nachfrage durch die städtische Entwicklung bedienen. Dennoch könnten infrastrukturelle Engpässe wie eingleisige Abschnitte langfristige Erweiterungen erschweren.






