21 March 2026, 08:30

Bundesnetzagentur streicht Vergütung für vermiedene Netzentgelte bis 2029

Eine Liniengrafik, die den durchschnittlichen Kostenpreis pro Kilowattstunde elektrischer Energie im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Bundesnetzagentur streicht Vergütung für vermiedene Netzentgelte bis 2029

Bundesnetzagentur plant schrittweise Abschaffung der Vergütung für vermiedene Netzentgelte

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Die Bundesnetzagentur hat Pläne bekannt gegeben, die Zahlungen für vermiedene Netzentgelte schrittweise abzuschaffen. Von diesen Vergütungen profitieren derzeit Betreiber dezentraler Kraftwerke, doch der Ausstieg beginnt 2026. Ziel der Maßnahme ist es, die Kosten für Haushalte und Unternehmen nach vollständiger Umsetzung um geschätzte 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zu senken.

Die Änderungen betreffen nicht-fluktuierende Erzeugungsanlagen, die vor dem 1. Januar 2023 in Betrieb genommen wurden. Fluktuierende Quellen wie Wind- und Solarenergie hatten diese Kompensation bereits zwischen 2018 und 2020 verloren.

Der schrittweise Abbau startet am 1. Januar 2026 mit einer jährlichen Kürzung der Vergütung um 25 Prozent. Bis 2029 sollen die Zahlungen vollständig entfallen. Dies folgt einer früheren Entscheidung, die Netzumlage für fluktuierende Erzeugung abzuschaffen, die 2020 vollständig gestrichen wurde.

Die Marktpreise für Solarstrom in Deutschland haben seitdem starke Schwankungen erlebt. 2020 lag der Preis bei 2,458 Cent/kWh, stieg 2021 auf 7,552 Cent/kWh und erreichte 2022 mit 22,306 Cent/kWh seinen Höhepunkt. Der Anstieg war auf die Energiekrise zurückzuführen, doch die Preise sanken später auf 7,200 Cent/kWh (2023), 4,624 Cent/kWh (2024) und 4,508 Cent/kWh (2025). Diese vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) jährlich veröffentlichten Zahlen spiegeln Veränderungen der Großhandelspreise sowie Abzüge für Vermarktungskosten im Rahmen der Einspeisevergütung wider.

Die Reaktionen auf den Plan fallen gemischt aus. Der Verband der Verbraucherzentralen (VZBV) begrüßt die Abschaffung und argumentiert, sie werde die Energiekosten für Verbraucher senken. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lehnt den Schritt jedoch ab und warnt, er könnte frühere Investitionen in dezentrale Erzeugung gefährden. Henning Herbst vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) fordert einen schnelleren Ausstieg und schlägt vor, die Vergütung bereits 2026 statt 2029 vollständig zu streichen.

Die finanziellen Auswirkungen auf die Anlagenbetreiber werden erheblich sein. Um die Bedenken der Branche zu adressieren, wird das Battery Business & Development Forum in Frankfurt am 16. Juli erörtern, wie Entwickler mit der Unsicherheit über künftige Netzentgeltregelungen umgehen.

Die Abschaffung verlagert die finanzielle Belastung von den Verbrauchern auf die Betreiber dezentraler Kraftwerke. Nach vollständiger Umsetzung könnten Haushalte und Unternehmen jährlich bis zu 1,5 Milliarden Euro sparen. Die Entscheidung unterstreicht zudem die anhaltende Volatilität auf den Energiemärkten, insbesondere bei den Solarstrompreisen seit 2020.

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