Bundesrat will Untervermietung strenger regulieren – Schutz für Mieter geplant
Sofia ReisingBundesrat will Untervermietung strenger regulieren – Schutz für Mieter geplant
Im deutschen Bundesrat formiert sich eine neue Initiative, die strengere Regeln für Untermietverträge fordert. Ziel des Vorhabens ist es, gewinnorientierte Untervermietungen durch Hauptmieter zu unterbinden, während gleichzeitig schutzbedürftige Untermieter abgesichert werden sollen. Den Anstoß gab ein richtungsweisendes Urteil eines obersten Gerichts zu Beginn dieses Jahres, das Hauptmietern die Untervermietung allein aus finanziellen Motiven untersagte.
Am 28. Januar 2026 entschied der Bundesgerichtshof, dass Hauptmieter Wohnraum nicht rechtmäßig weitervermieten dürfen, wenn dies ausschließlich der Gewinnerzielung dient (Aktenzeichen: VIII ZR 228/23). Das Urteil deckte bestehende Lücken im Mietrecht auf und löste Forderungen nach klareren gesetzlichen Vorgaben aus. Die Bundesratsinitiative will diese Schlupflöcher nun schließen, indem sie Hauptmieter verpflichtet, alle Details von Untermietverträgen ihren Vermietern offenzulegen.
Ein generelles Verbot von Untermietverträgen ist nicht vorgesehen. Stattdessen zielt der Entwurf darauf ab, Missbrauch zu verhindern und gleichzeitig sicherzustellen, dass Untermieter nicht obdachlos werden, falls der Hauptmieter seine Wohnung verliert. Derzeit operieren viele Untervermietungen ohne ausreichende Kontrolle – mit der Folge, dass Untermieter oft horrender Kosten und plötzlicher Wohnungslosigkeit ausgesetzt sind.
Der deutsche Wohnungsmarkt bleibt angespannt, besonders in den Großstädten. Zwar kann die Untervermietung flexible Wohnlösungen bieten, doch das Fehlen rechtlicher Absicherungen hat zu Auswüchsen geführt. Die Initiative argumentiert, dass schärfere Regeln ein faires Gleichgewicht zwischen den Interessen von Mietern und Vermietern herstellen würden.
Bisher hat sich noch kein Bundesland öffentlich hinter die Initiative gestellt, und konkrete rechtliche Schritte stehen noch aus. Die Debatte dauert an, während Politiker abwägen, wie sich der Regulierungsbedarf mit den praktischen Vorteilen der Untervermietung in Einklang bringen lässt.
Sollte der Vorschlag angenommen werden, würde er klarere rechtliche Rahmenbedingungen für Untermietverträge schaffen. Untermieter wären besser vor willkürlichen Kündigungen geschützt, während Vermieter mehr Möglichkeiten erhielten, gewinnorientierte Untervermietungen zu überwachen. Das Ergebnis könnte die Funktionsweise von Untermietmodellen auf dem angespannten deutschen Wohnungsmarkt grundlegend verändern.






