Bundesrechnungshof enthüllt eklatante Lücken bei der Steuerfahndung in Deutschland
Gordana GnatzBundesrechnungshof enthüllt eklatante Lücken bei der Steuerfahndung in Deutschland
Bundesrechnungshof deckt gravierende Schwächen bei der Bekämpfung von Steuerkriminalität auf
Der Bundesrechnungshof hat schwere Mängel in den deutschen Bemühungen zur Bekämpfung von Steuerdelikten aufgedeckt. Ein neuer Bericht zeigt Versäumnisse beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), das seiner gesetzlichen Pflicht, die Länderbehörden bei der Verfolgung großangelegter Steuerstraftaten zu unterstützen, nicht ausreichend nachkommt.
Laut Prüfung fehlen dem BZSt klare Organisationsstrukturen, ausreichend Personal und eine angemessene technische Ausstattung. Diese Defizite haben bereits zu verpassten Chancen geführt – etwa bei der Einziehung von Steuergeldern, die mit internationalen Datenleaks wie den Panama Papers in Verbindung stehen.
Der Bericht betont zudem, dass zwar die Länder primär für die Steuerfahndung zuständig sind, der Bund jedoch bei länderübergreifenden oder internationalen Fällen unterstützen muss. Bisher sei diese Hilfe jedoch unzureichend geblieben. Die Länder selbst fordern mehr Unterstützung, darunter eine bessere Koordination, einen verstärkten Datenaustausch und die Schaffung einer zentralen Serviceeinheit innerhalb des BZSt.
Trotz dieser Vorschläge hat das Bundesfinanzministerium Reformen verzögert und auf rechtliche sowie haushaltstechnische Hürden verwiesen. Der Rechnungshof hält diese Begründungen für wenig überzeugend und argumentiert, dass eine Ausweitung der Bundeskompetenzen rechtlich durchaus zulässig wäre.
Die Ergebnisse des Berichts unterstreichen die Notwendigkeit eines stärkeren BZSt und einer engeren Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern. Ohne diese Änderungen bleibe Deutschlands Fähigkeit, Steuerkriminalität wirksam zu bekämpfen, weiterhin beeinträchtigt, warnt der Rechnungshof. Um weitere finanzielle Verluste zu verhindern, seien umgehende Reformen unverzichtbar.






