Commerzbank wehrt sich gegen feindliche Übernahme durch UniCredit
Commerzbank-Vorstandsmitglied Michael Kotzbauer lehnt Übernahmeversuch von UniCredit scharf ab
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Michael Kotzbauer, hat sich vehement gegen den Versuch der UniCredit gewandt, die Kontrolle über die deutsche Bank zu übernehmen. Sein Argument: Das Angebot des italienischen Geldinstituts schütze weder Aktionäre noch Kunden ausreichend. Die Absage erfolgt kurz vor der geplanten Strategieaktualisierung und der Veröffentlichung der Quartalszahlen der Commerzbank am 8. Mai 2023.
Kotzbauer kritisierte den Plan der UniCredit als feindselig und irreführend. Der Vorschlag zwinge Commerzbank-Aktionäre demnach, ihre Anteile mit Abschlag gegen UniCredit-Aktien zu tauschen – ohne Aufschlag, was die Anleger finanziell benachteilige.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Kundeninteressen. UniCredits Vorgehen lasse offen, wie die Umstrukturierung sich auf die Klienten auswirken würde, so Kotzbauer. Zudem warf er der italienischen Bank vor, über öffentliche Stellungnahmen ein unfaires Angebot voranzutreiben.
Trotz des Übernahmeangebots betonte Kotzbauer die stabile Position der Commerzbank. Das Firmenkundengeschäft der Bank sei robust, das Kreditportfolio widerstandsfähig. Die anstehende Strategieaktualisierung werde klare Ziele bis 2030 vorgeben, erklärte er.
Die Führungsetage der Commerzbank besteht darauf, im Sinne der Aktionäre zu handeln. Die Quartalszahlen und die langfristige Ausrichtung der Bank werden in der kommenden Woche präsentiert. UniCredits Vorstoß stößt damit innerhalb der Commerzbank auf erheblichen Widerstand.






