03 April 2026, 00:37

Deutsche Bank im Arbeitszeit-Marathon: 62 Stunden pro Woche als Normalfall

Eine Liniengrafik, die die Vermögenskonzentration der fünf größten Banken in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem Text.

Deutsche Bank im Arbeitszeit-Marathon: 62 Stunden pro Woche als Normalfall

Neue Daten zeigen deutliche Unterschiede bei den Arbeitszeiten zwischen Mitarbeitenden der Deutschen Bank und der übrigen deutschen Belegschaft. Während die meisten Deutschen einem Acht-Stunden-Tag folgen, arbeiten die Investmentmitarbeitenden der Bank im Schnitt mehr als 60 Stunden pro Woche. Gleichzeitig gibt es im Finanzsektor bedeutende Personalrochaden und neue Unternehmensgründungen.

Die Erkenntnisse haben bei Branchenführern Sorgen über die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und sich wandelnde Arbeitsplatztrends ausgelöst.

Eine aktuelle Umfrage ergab, dass Investmentbanker bei der Deutschen Bank durchschnittlich 62,6 Stunden pro Woche arbeiten. Junior-Mitarbeitende in Frankfurt sollen demnach bereits bis Mittwochmorgen eine vollständige Standardarbeitswoche absolviert haben. Dies liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt – der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer müsste Überstunden leisten, um mit dem Tempo der Bank mitzuhalten.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing äußerte sich besorgt über diese Kluft. Er warnte, dass solche langen Arbeitszeiten die wirtschaftliche Position Deutschlands im Vergleich zu anderen europäischen Ländern beeinträchtigen könnten. Die Arbeitsbelastung bei der Bank steht in krassem Gegensatz zu den allgemeinen deutschen Arbeitszeitregelungen, die den Arbeitstag in der Regel auf die Zeit zwischen 7 und 19 Uhr begrenzen.

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Anderswo im Finanzsektor kehrt Vincent Hall nach zwei Jahren bei Citadel als Sales Trader zu Citi zurück. BlueCrest hat zudem sein Engagement im Devisenhandel mit einer neuen Sparte namens BlueX ausgeweitet. Apollo Global Management bereitet die Gründung eines Handelsgeschäfts vor, das sich auf privat platzierte Kredite spezialisiert – ein Bereich, der derzeit stark nachgefragt wird.

Außerhalb des klassischen Bankensektors schloss Andreessen Horowitz sein Büro in Miami, nachdem die Mitarbeitenden kaum Interesse an Initial Coin Offerings (ICOs) und NFTs zeigten. Der Schritt spiegelt breitere Veränderungen bei den Arbeitsplatzpräferenzen wider: Die Generation Z setzt zunehmend auf Telefonate als Statussymbol – E-Mails oder Textnachrichten gelten ihr als weniger wertig.

Die ausgedehnten Arbeitszeiten bei der Deutschen Bank unterstreichen die wachsende Kluft zwischen den Anforderungen des Finanzsektors und den üblichen deutschen Arbeitsnormen. Dieser Trend wirft Fragen zur wirtschaftlichen Effizienz und zur Nachhaltigkeit der Arbeitskräfte auf. Gleichzeitig passt sich die Branche mit neuen Unternehmensgründungen, strategischen Personalentscheidungen und sich wandelnden Kommunikationsgewohnheiten junger Fachkräfte weiter an.

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