27 March 2026, 00:36

Deutsche Firmen finden keine Azubis: Qualifikationslücken alarmieren die Wirtschaft

Offenes Buch mit der Aufschrift "Mechanic Institution, for the Advantage of Masters, Journeymen, and Apprenticeships", wahrscheinlich ein Vorschlag für die Gründung einer mechanischen Institution.

Deutsche Firmen finden keine Azubis: Qualifikationslücken alarmieren die Wirtschaft

Deutsche Unternehmen kämpfen mit der Besetzung von Ausbildungsplätzen Ein neuer Bericht zeigt weit verbreitete Sorgen über die Qualifikationen von Bewerbern und die Defizite im Ausbildungssystem. Immer mehr Firmen fordern dringend Reformen, um diese Lücken zu schließen.

Die Erkenntnisse stammen von Randstad, einem globalen Personaldienstleister mit starker Präsenz in Deutschland. Das Unternehmen, das hierzulande über 32.000 Mitarbeiter beschäftigt, verweist auf die wachsende Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Arbeitswelt und den Fähigkeiten der Bewerber.

Fast zwei Drittel der Industrieunternehmen geben an, dass bei den Bewerbern erhebliche Qualifikationsdefizite bestehen. Personalverantwortliche teilen diese Einschätzung: 64 Prozent monieren, dass den Kandidaten die notwendigen Kompetenzen für eine Ausbildung fehlen. Die Folge: 61 Prozent der Betriebe haben Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen – in der Industrie sind es sogar 67 Prozent.

Doch das Problem beschränkt sich nicht auf die Qualifikationen. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen hält die Zusammenarbeit mit Berufsschulen für verbesserungswürdig. Gleichzeitig fordern 77 Prozent umfassende Reformen der beruflichen Bildung, während 71 Prozent konkret eine Modernisierung der Schulen und Lehrpläne einmahnen.

Trotz dieser Herausforderungen blicken viele Unternehmen optimistisch in die Zukunft. 85 Prozent planen, im kommenden Ausbildungsjahr neue Lehrstellen anzubieten – ein Zeichen für ihr Engagement in der Nachwuchsförderung, auch wenn sie gleichzeitig strukturelle Veränderungen einfordern.

Randstad, das 2023 in Deutschland einen Umsatz von 1,648 Milliarden Euro erzielte, spielt eine zentrale Rolle auf dem Arbeitsmarkt. Weltweit beschäftigt das 1960 in Amsterdam gegründete Unternehmen rund 40.000 Mitarbeiter und vermittelte 2024 über 1,7 Millionen Menschen in Arbeit. Als einer der führenden Personaldienstleister setzt Randstad auf Chancengleichheit und Spezialisierung in der Belegschaft.

Der Bericht unterstreicht den dringenden Bedarf an einer modernisierten Berufsausbildung in Deutschland. Die Unternehmen sind bereit, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen – doch sie brauchen besser qualifizierte Bewerber und eine engere Kooperation mit den Berufsschulen. Ohne Reformen wird sich die Kluft zwischen den Anforderungen der Wirtschaft und den Fähigkeiten der Arbeitskräfte weiter vertiefen.

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