10 May 2026, 22:28

DGB startet Bundeskongress mit scharfer Kritik an Sozialkürzungen und Arbeitnehmerrechten

Plakat mit zwei Personen vor einem Berg- und Baumhintergrund, Text lautet "Was unser Freihandel bedeutet - britischer Granit Arbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

DGB startet Bundeskongress mit scharfer Kritik an Sozialkürzungen und Arbeitnehmerrechten

Deutschlands größter Gewerkschaftsbund, der DGB, beginnt an diesem Sonntag in Berlin seinen Bundeskongress. Die Veranstaltung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Organisation scharfe Kritik an geplanten Kürzungen bei Arbeitnehmerrechten und sozialen Absicherungen übt. Die Führungsspitze warnt vor einer Welle von Sparmaßnahmen, die Arbeitnehmer und Rentner zusätzlich belasten könnten.

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Der DGB hat die Reformpläne von CDU/CSU und SPD vehement angegriffen. In einem Entwurf für eine Resolution wirft der Bund der Bundesregierung vor, durch interne Streitigkeiten gelähmt zu sein und wichtige Entscheidungen zu blockieren. Aus Sicht der Gewerkschaft haben umstrittene Maßnahmen wie die einmalige Prämie von 1.000 Euro oder der Tankrabatt keine breite öffentliche Unterstützung gefunden.

Der Dachverband wehrt sich gegen zahlreiche geplante Änderungen. Dazu gehören die Abschaffung des Acht-Stunden-Tags, die Streichung von Feiertagen sowie die Schwächung des Kündigungsschutzes und der Regelungen zu Teilzeitarbeit. Zudem lehnt der DGB Forderungen ab, das Renteneintrittsalter anzuheben oder Arbeitnehmer durch private Vorsorgemodelle zusätzlich zu belasten.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Gesundheitsversorgung. Der DGB verweist auf steigende Zuzahlungen, gekürzte Leistungen und strengere Auflagen bei der Familienversicherung, die die finanziellen Belastungen für Versicherte erhöhen. Zudem warnt die Gewerkschaft, dass die Einführung eines teilweisen Krankengelds mehr Beschäftigte zwingen könnte, trotz Krankheit zu arbeiten – und so den Stress am Arbeitsplatz weiter verschärft.

In der Resolution heißt es weiter, dass Arbeitnehmer einen unverhältnismäßig hohen Anteil der wirtschaftlichen Lasten tragen müssten. Viele Unternehmen hätten sich ihrer Verantwortung entzogen, sodass die Beschäftigten die Kosten der wirtschaftlichen Instabilität allein schultern müssten.

Die klare Haltung des DGB bildet die Grundlage für kontroverse Debatten auf dem Berliner Kongress. Die Delegierten werden beraten, wie sie gegen die geplanten Kürzungen bei Renten, Arbeitsschutz und Gesundheitsleistungen vorgehen können. Die Ergebnisse könnten die künftigen Verhandlungen zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und Politik maßgeblich prägen.

Quelle