11 June 2026, 10:24

Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für seinen Kampf gegen Antisemitismus und Medienkritik

Zentralrat: Nuhr deckt 'Doppelmoral' der Medien auf

Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für seinen Kampf gegen Antisemitismus und Medienkritik

Der Satiriker Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt sein Engagement im Kampf gegen Antisemitismus sowie die Aufdeckung von Doppelmoral in Medien und öffentlicher Debatte. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis ist nach dem Rabbiner Leo Baeck benannt.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, überreichte Nuhr die Auszeichnung. In seiner Rede kritisierte Schuster deutsche Medien dafür, antisemitische Erzählmuster zu verbreiten und bei der Berichterstattung über Israel und das Judentum mit zweierlei Maß zu messen. Gleichzeitig lobte er Nuhr für dessen beharrliche Arbeit, diese Missstände öffentlich zu machen.

In seiner Dankesrede betonte Nuhr, dass Antisemitismus keineswegs nur ein Problem des rechten Rands sei, sondern auch in linken Kreisen und unter kulturellen Eliten existiere. Viele, die sich als Antifaschisten bezeichneten, würden Antisemitismus nicht konsequent genug bekämpfen, so Nuhr. Der israelisch-muslimische Autor Ahmed Mansour würdigte Nuhr für seinen Mut, unpopuläre Meinungen zu vertreten und gesellschaftliche Normen infrage zu stellen.

Zu den früheren Trägern des Leo-Baeck-Preises zählen die ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Christian Wulff sowie Altbundeskanzlerin Angela Merkel.

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Die Preisverleihung unterstrich Nuhrs Rolle bei der Thematisierung von Antisemitismus in politischen und kulturellen Kontexten. Seine Kritik an Medienvoreingenommenheit und Doppelmoral fand in den Reden von Schuster und Mansour Unterstützung. Die Auszeichnung macht deutlich, wie dringend es bleibt, Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen zu bekämpfen.

Quelle