"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm: Proteste gegen Kohle, Gas und Rüstung
Sofia Reising"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm: Proteste gegen Kohle, Gas und Rüstung
Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Gruppe Ende Gelände haben diese Woche im gesamten Ruhrgebiet Proteste organisiert. Im Fokus standen fossile Infrastrukturprojekte, darunter ein Kraftwerk, ein Hüttenwerk und ein Rohrhersteller. Die Aktionen umfassten Blockaden, symbolische Aktionen sowie direkte Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung.
In Gelsenkirchen blockierten Demonstrant:innen das Kraftwerk Scholven, das den Bau einer weiteren Gaseinheit plant. Aktivist:innen installierten zudem Solarmodule auf dem Gelände, um erneuerbare Alternativen zu beworben. Fran Leitner von Ende Gelände warf der Bundesregierung vor, Kohle lediglich durch Gas zu ersetzen – eine weitere umweltschädliche Entscheidung.
Unterdessen unterbrachen in Mülheim an der Ruhr rund 200 Protestierende den Schichtwechsel im Hüttenwerk Friedrich Wilhelms Hütte. Die Gruppe kritisierte, dass dort statt Komponenten für Windkraftanlagen Panzerstahl produziert werde. Unter dem Motto „Waffeln statt Waffen“ verteilten die Aktivist:innen Gebäck an die Belegschaft.
In Hamm kesselten Polizist:innen eine Gruppe von Demonstrant:innen unter einer Brücke ein – begründet mit Verstößen gegen die Vermummungsverbote. Ein weiterer Demonstrationszug, der sogenannte „rosa Finger“, zog mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof, auf dem die Enteignung von Energiekonzernen gefordert wurde. Zuvor hatten Aktivist:innen in Mülheim an der Ruhr die Werksgleise von Europipe, Europas größtem Rohrhersteller, besetzt.
Tomke Jansen von Ende Gelände verurteilte, dass das Hüttenwerk militärische Produktion über erneuerbare Energien stelle. Die Proteste sollten die Ablehnung des Ausbaus fossiler Gase unterstreichen und klimafreundliche Politiken einfordern.
Die Aktionen führten zu Behinderungen an zentralen Industriestandorten im Ruhrgebiet. Mit Blockaden, symbolischen Gesten und öffentlichen Stellungnahmen stellten die Aktivist:innen Energiepolitik und Rüstungsproduktion infrage. In Hamm kam es zu Polizeieinsätzen, nachdem Protestierenden Verstöße gegen Vermummungsregeln vorgeworfen worden waren.






