Entwicklungsländer treiben 2015 Rekordinvestitionen in erneuerbare Energien voran
Gordana GnatzEntwicklungsländer treiben 2015 Rekordinvestitionen in erneuerbare Energien voran
Entwicklungsländer investierten 2015 rund 156 Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energien – ein Anstieg um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Boom fiel mit einem globalen Rekordhoch bei Investitionen in saubere Energien zusammen, das die Ausgaben für fossile Brennstoffe deutlich überstieg.
China übernahm unter den Entwicklungsländern die Führungsrolle und wurde 2015 zum größten Investor in erneuerbare Energien. Auch Südafrika, Mexiko und Chile zählten zu den wichtigsten Geldgebern, während Indien seine eigenen Ausgaben deutlich erhöhte. Selbst ohne die Schwergewichte China, Indien und Brasilien steuerten die übrigen Entwicklungsländer noch 36 Milliarden US-Dollar für Projekte im Bereich sauberer Energien bei.
Gleichzeitig gingen die Investitionen in den Industrieländern weiter zurück. Europa verzeichnete zwischen 2011 und 2015 einen Rückgang um 60 Prozent, während die Gesamtausgaben der wohlhabenden Staaten von 2014 auf 2015 um 8 Prozent auf 130 Milliarden US-Dollar sanken. Trotz dieses Rückgangs erreichte das globale Investitionsvolumen in erneuerbare Energien mit 266 Milliarden US-Dollar mehr als das Doppelte der 130 Milliarden, die in Kohle- und Gaskraftwerke flossen.
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon betonte, dass ein schnelleres Wachstum im Bereich erneuerbarer Energien entscheidend sei, um die Klimaziele zu erreichen. Achim Steiner, damals Exekutivdirektor des UNEP, hob hervor, wie saubere Energie sowohl den wirtschaftlichen Fortschritt als auch den Umweltschutz fördere. Michael Liebreich, Vorsitzender des Beratungsgremiums von Bloomberg New Energy Finance (BNEF), wies darauf hin, dass 2015 einen neuen Maßstab für globale Investitionen in erneuerbare Energiekapazitäten gesetzt habe.
Die Verschiebung der Finanzströme spiegelt eine zunehmende Konzentration auf erneuerbare Energien wider – insbesondere in den Schwellenländern. Da die weltweiten Investitionen die Ausgaben für fossile Brennstoffe übertreffen, deutet dieser Trend auf einen möglichen langfristigen Wandel in den Energieprioritäten hin. Experten warnen jedoch, dass eine noch stärkere Beschleunigung notwendig ist, um die Klimaherausforderungen zu bewältigen.






