Familienministerin fordert drastische Reduzierung der Kinder-Bildschirmzeit
Tomislav PaffrathFamilienministerin fordert drastische Reduzierung der Kinder-Bildschirmzeit
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat Eltern dazu aufgerufen, die Bildschirmzeit ihrer Kinder deutlich zu reduzieren. Sie warnt davor, dass übermäßiger Konsum digitaler Geräte die frühe Entwicklung beeinträchtige – insbesondere bei sehr jungen Kindern. Ihre Äußerungen stehen im Zusammenhang mit umfassenderen Plänen, um den Rückgang der Bildungsstandards in ganz Deutschland entgegenzuwirken.
Prien schlägt vor, dass Kinder unter drei Jahren vollständig auf digitale Medien verzichten sollten. Für ältere Kinder regt sie an, gesetzliche Obergrenzen für die Bildschirmzeit zu prüfen, und verweist darauf, dass der Staat bereits andere elterliche Pflichten im Bürgerlichen Gesetzbuch regelt. Ihre Sorgen gründen sich auf zunehmende Entwicklungsverzögerungen in sozialen Kompetenzen, emotionaler Steuerung und Selbstregulation bei Kleinkindern.
Über die Bildschirmzeit hinaus arbeitet Prien mit den Landesregierungen daran, grundlegende Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu stärken. Mithilfe von Daten will sie die Leistungen genauer erfassen – als Reaktion auf die schlechten Ergebnisse der IQB-Bildungstrendstudie. Zudem sollen künftig im Rahmen des Kita-Qualitätsentwicklungsgesetzes regelmäßig Sprachstand und Entwicklungsfortschritte um den vierten Geburtstag eines Kindes herum überprüft werden.
Die Ministerin betont, dass viele Eltern unterschätzen, wie stark ihre eigenen Verhaltensweisen das Wachstum ihrer Kinder prägen. Zudem ist Prien überzeugt, dass eine bessere Förderung von Kindern mit besonderem Förderbedarf die allgemeinen Bildungschancen verbessern könnte.
Zu ihren Vorschlägen gehören strengere Regeln für die Bildschirmzeit, verbindliche Früherfassungen und eine Konzentration auf Kernkompetenzen. Mit diesen Maßnahmen sollen Entwicklungsrückstände aufgeholt und die schulischen Leistungen gesteigert werden. Die nächsten Schritte hängen nun von der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern ab.






