Flüchtling aus Syrien repariert in Bremen kostenlos Geräte und setzt Zeichen für Nachhaltigkeit
Alan JunkFlüchtling aus Syrien repariert in Bremen kostenlos Geräte und setzt Zeichen für Nachhaltigkeit
Karem Hasan betreibt in Bremen ein Reparatur-Café, in dem er Anwohnern kostenlos hilft, kaputte Geräte zu reparieren. Die Initiative, die 2019 ins Leben gerufen wurde, befindet sich hinter der Heilig-Geist-Kirche im Stadtteil Neue Vahr. Hasan floh 2018 mit seiner Familie aus Syrien und hat sich seitdem in Deutschland ein neues Leben aufgebaut – 2024 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft.
Nach seiner Flucht vor dem Krieg in Syrien kam Hasan 2018 nach Bremen. Acht Monate später eröffnete er das Reparatur-Café im Marktplatz der Begegnung, einem sozialen Supermarkt. Das Café hat jeden Samstagmorgen geöffnet und zusätzlich an Werktagen abends, nachdem Hasan seinen Vollzeitjob in einem Industriebetrieb beendet hat.
Hier repariert er Geräte kostenlos und unterstützt die Besucher dabei, Ersatzteile zu finden. Seine Frau, Reham Alsalti, und ein ukrainischer Praktikant namens Andrii – der seit zwei Jahren jeden Samstag ehrenamtlich mitarbeitet – stehen ihm zur Seite. Hasan schöpft seine Motivation aus dem Wunsch, seinen drei Kindern ein Vorbild zu sein und andere zu einem umweltbewussten Handeln zu ermutigen.
Ab Juli wird seine Arbeit durch ein neues Gesetz zum „Recht auf Reparatur“ erleichtert: Hersteller sind dann verpflichtet, Produkte so zu gestalten, dass sie leichter repariert werden können. Hasan, der im Dezember 2023 der SPD beigetreten ist, bleibt seinem ehrenamtlichen Engagement treu.
Trotz der deutschen Staatsbürgerschaft plant er keine Rückkehr nach Syrien – die fehlende Grundversorgung dort macht dies derzeit unmöglich. Das Reparatur-Café wächst weiter, bietet kostenlose Hilfestellung und fördert Nachhaltigkeit. Mit dem neuen Reparaturgesetz wird Hasans Einsatz noch wirksamer. Seine Arbeit zeigt, wie sehr er sich sowohl für seine neue Heimat als auch für den Umweltschutz einsetzt.






