23 May 2026, 22:36

Flugbranche kämpft mit hohen Kerosinpreisen und sinkenden Passagierzahlen im Jahr 2025

Dreifacher Schlag trifft die Luftfahrtindustrie

Flugbranche kämpft mit hohen Kerosinpreisen und sinkenden Passagierzahlen im Jahr 2025

Die Luftfahrtbranche steht weiterhin vor großen Herausforderungen, da die Passagierzahlen unter dem Niveau vor der Pandemie bleiben. Im Jahr 2025 fertigten deutsche Flughäfen 219,8 Millionen Reisende ab – immer noch 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Steigende Kosten und wirtschaftliche Belastungen zwingen Airlines in ganz Europa, Strecken zu streichen und Flüge zu reduzieren.

Die Treibstoffkosten sind für die Fluggesellschaften zu einer schweren Bürde geworden. Seit Dezember 2022 haben sich die Kerosinpreise mehr als verdoppelt und machen nun 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten der Airlines aus. Allein die Lufthansa rechnet in diesem Jahr mit zusätzlichen Treibstoffkosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Als Reaktion wird die deutsche Fluggesellschaft bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge streichen und so 40.000 Tonnen Kerosin einsparen.

Auch andere große Airlines haben ihre Flugpläne ausgedünnt. Air France-KLM und Turkish Airlines haben wegen explodierender Betriebskosten Flüge gestrichen. Billigfluggesellschaften wie Ryanair und EasyJet haben weniger rentable Touristenrouten aufgegeben und verweisen dabei auf die hohen Kerosinpreise und gestiegene Ticketsteuern. Besonders prekär bleibt die Lage bei Wizz Air, der drittgrößten europäischen Billigfluglinie, die weiter in Bedrängnis geraten könnte, falls die Spannungen im Nahen Osten die Treibstoffkosten noch weiter in die Höhe treiben.

Regulatorische Änderungen verschärfen die Situation zusätzlich. Im Mai 2024 erhöhte Deutschland die Luftverkehrsabgabe um 19,4 Prozent – trotz der langsamen Erholung der Branche von den Pandemieverlusten. Der Schritt stößt bei den ohnehin unter finanziellen Druck stehenden Airlines auf Kritik. Gleichzeitig dient der Kollaps der US-Fluggesellschaft Spirit Airlines im Mai 2023, die einst 172 Airbus-Maschinen betrieb, als mahnendes Beispiel für die Fragilität der Branche.

Die Airlines streichen Flüge und Strecken, um die steigenden Kosten zu bewältigen, doch die Erholung verläuft ungleichmäßig. Angesichts weiterhin hoher Treibstoffpreise und rückläufiger Passagierzahlen sind weitere Anpassungen wahrscheinlich. Die Zukunft der Branche hängt davon ab, ob es gelingt, die Ausgaben zu stabilisieren und die Nachfrage auf das Niveau vor der Pandemie zurückzuführen.

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