23 May 2026, 06:25

Gastronomie in der Krise: Warum Auszubildende ihre Berufe schlecht bewerten

Gewerkschaft warnt vor 'Ausbildungsapathie' in Offenbachs Gastgewerbe

Gastronomie in der Krise: Warum Auszubildende ihre Berufe schlecht bewerten

Schwere Kritik an mangelnden Ausbildungsmöglichkeiten in der Gastronomie

Die deutsche Gastronomiebranche steht wegen ihres fehlenden Engagements bei der Ausbildung massiv in der Kritik. Ein aktueller Bericht zeigt: Auszubildende in Hotels, Restaurants und Küchen bewerten ihre Berufsausbildung als eine der schlechtesten im gesamten Land. Gewerkschaften fordern nun dringend bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne, um dem chronischen Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Hendrik Hallier, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Rhein-Main, wirft Arbeitgebern der Branche „Ausbildungsmüdigkeit“ vor. Unternehmen, die nicht in die Nachwuchsförderung investierten, hätten kein Recht, über Personalmangel zu klagen, so Hallier. Seine Äußerungen folgen auf den neuesten Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der ergab, dass Auszubildende in den Berufen Hotelfachmann, Koch und Fachkraft für Systemgastronomie ihre Ausbildung im Vergleich zu allen anderen Ausbildungsbranchen am schlechtesten bewerten.

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Hallier wies Branchenvertreter zurück, die behaupten, es gäbe bereits unbesetzte Ausbildungsplätze. Stattdessen machte er das tief verwurzelte Imageproblem der Gastronomie als Hauptgrund für die Rekrutierungsschwierigkeiten aus. Derzeit bieten nur 16 Prozent der gastronomischen Betriebe bundesweit Ausbildungsplätze an – der niedrigste Wert aller untersuchten Branchen.

Die NGG setzt sich nun für höhere Ausbildungsstandards in der Offenbacher Gastronomieszene ein. Hallier betonte, dass bessere Bezahlung und Arbeitszeiten die Gewinnung neuer Fachkräfte deutlich erleichtern würden. Die Gewerkschaft warnt: Ohne fairere Bedingungen für Auszubildende werde sich die Personalnot weiter verschärfen.

Der Reformdruck wächst, während die Branche mit einem schrumpfenden Arbeitskräftepool kämpft. Da Auszubildende ihre Erfahrungen durchweg schlecht bewerten und nur wenige Betriebe Ausbildungsplätze anbieten, befürchten Gewerkschaften, dass sich der Fachkräftemangel ohne sofortige Verbesserungen weiter verschlimmern wird. Die NGG fordert höhere Löhne, bessere Arbeitszeiten und strukturiertere Ausbildungsprogramme, um Berufe in der Gastronomie attraktiver zu machen.

Quelle