05 June 2026, 10:49

Geheimnisvolle DDR-Ruine auf Pfählen für 60.000 Euro ersteigert – doch was nun?

Eins, Zwei, Drei - Insel verkauft!

Geheimnisvolle DDR-Ruine auf Pfählen für 60.000 Euro ersteigert – doch was nun?

Verlassene Militärruine auf Pfählen für 60.000 Euro versteigert

Eine verlassene Militärruine auf Stelzen ist für 60.000 Euro unter den Hammer gekommen. Die als Ostervilm bekannte Konstruktion steht in der Ostsee nahe der Insel Vilm und ist von der Südküste Rügens aus sichtbar. Vor Jahrzehnten für einen geheimen Zweck erbaut, thront sie heute als verfallenes Relikt ohne klare Zukunftsperspektive.

Ostervilm wurde von der Volksmarine der DDR errichtet, um Kriegsschiffrümpfe zu entmagnetisieren. Die künstliche Insel ruht auf 600 Holzpfählen, die in zehn Meter tiefem Wasser verankert sind. Ihr Gerüst besteht aus Beton, Eisenplatten und Holzverkleidung – eine Konstruktion, die extremen Bedingungen standhalten sollte.

Jahre lang blieb das Gelände als gesperrte Militärzone unzugänglich. Nach der deutschen Wiedervereinigung verfiel es zusehends und hinterließ nur noch eine leere Hülle. Die deutsche Marine betreibt zwar noch ähnliche Entmagnetisierungsanlagen in Kiel und Wilhelmshaven, doch Ostervilm wurde sich selbst überlassen.

Die Versteigerung fand am 4. Juni statt, mit einem Startgebot von 39.000 Euro. Trotz der faszinierenden Vergangenheit stehen dem Käufer enorme Herausforderungen bevor: Es gibt weder rechtlichen Zugang noch Infrastruktur – eine Nutzung oder Bebauung ist damit praktisch ausgeschlossen. Zudem liegt die Insel in einer „äußeren Zone“, in der Änderungen der Flächennutzung so gut wie unmöglich sind. Experten warnen, der Käufer habe im Grunde eine „Katze im Sack“ erworben – ein Objekt ohne nennenswerten praktischen Nutzen.

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Der neue Eigentümer besitzt nun ein verfallenes Stück Kalter-Krieg-Geschichte. Ohne Genehmigungen oder sicheren Zugang wird Ostervilm voraussichtlich eine ferne Kuriosität für Bootsfahrer und Historiker bleiben. Der Verkauf unterstreicht die Schwierigkeiten, abgelegene Militärruinen in geschützten Gewässern neu zu nutzen.

Quelle