04 April 2026, 12:31

"Geisterrad" in Zwintschöna mahnt nach tödlichem Radunfall auf riskanter Landesstraße

Eine Gruppe von Radfahrern fährt eine Straße entlang, mit Zuschauern am Straßenrand, einige tragen Helme und halten Fahnen, vor einem Hintergrund aus Bäumen, Gebäuden, Schildern und Verkehrszeichen.

"Geisterrad" in Zwintschöna mahnt nach tödlichem Radunfall auf riskanter Landesstraße

In Zwintschöna am Friedrichsbad erinnert nun ein Geisterrad an einen 64-jährigen Radfahrer, der bei einem Zusammenstoß mit einem Auto ums Leben kam. Die vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) aufgestellte Gedenkstätte dient zugleich als Protest gegen die aus Sicht der Initiative gefährlichen Straßenverhältnisse.

Der Unfall ereignete sich auf der Landesstraße 167, wo Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erreicht werden – ein Zustand, den die Fahrradlobby seit Langem kritisiert. Die tödliche Kollision passierte am 20. Juni 2025 an der Kreuzung Reideburger Straße / Am Friedrichsbad. Der Radfahrer starb, nachdem er auf einem Straßenabschnitt ohne ausgewiesene Radwege von einem Fahrzeug erfasst wurde.

Der ADFC wirft dem Landesbetrieb Straßenbau Brandenburg (LSBB) vor, auf Landesstraßen keine sichere Radinfrastruktur zu schaffen. Fehlende, baulich getrennte Radwege setzten Radfahrer:innen unnötigen Risiken aus – besonders auf Hochgeschwindigkeitsstrecken wie der Landesstraße 167.

Die Initiative fordert nun Sofortmaßnahmen: eine Reduzierung des Tempolimits auf 70 km/h an der Unfallstelle sowie den Bau eines durchgehenden Radwegs entlang der gesamten Strecke. Langfristig strebt der ADFC die Vision Zero an – ein Verkehrssystem, das Todesfälle und schwere Verletzungen vollständig vermeiden soll.

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Weiß gestrichene Geisterräder an Unfallorten sind weltweit zu einem Symbol für im Straßenverkehr getötete Radfahrer:innen geworden. Der ADFC hofft, dass dieses Mahnmal die Behörden zum Handeln bewegt, bevor weitere Menschen sterben. Das Geisterrad steht nun als tägliche Mahnung für die Gefahren, denen Radfahrer:innen auf der Landesstraße 167 ausgesetzt sind. Der ADFC erhöht weiterhin den Druck auf die Verantwortlichen, um die Bedingungen zu verbessern – beginnend mit niedrigeren Geschwindigkeitsbegrenzungen und geschützten Radspuren.

Bisher wurden in Sachsen-Anhalt keine weiteren Geisterräder gemeldet, doch die Initiative warnt: Ohne Veränderungen könnten bald weitere Gedenkstätten folgen.

Quelle