10 June 2026, 02:24

Gesetzliche Krankenversicherung droht Milliarden-Defizit bis 2030

Gesundheitsreform: Lücke in der Gesundheitsversicherung übersteigt geplante 3,5 Milliarden Euro

Gesetzliche Krankenversicherung droht Milliarden-Defizit bis 2030

Deutschlands gesetzliche Krankenversicherung steht vor einem weit größeren Finanzloch als zunächst angenommen. Neue Prognosen zeigen, dass die Fehlbeträge bis zum Ende des Jahrzehnts in die Milliarden gehen werden. Die Krise wird 2025 voll durchschlagen, danach steigen die Defizite kontinuierlich an.

Die Krankenkassen verzeichnen bereits in diesem Jahr stark steigende Kosten. Die Ausgaben für Ärzte, Medikamente und Krankenhäuser stiegen im ersten Quartal 2023 um 7,8 Prozent. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet nun mit zusätzlichen Belastungen von 3,5 Milliarden Euro für das gesamte Jahr.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte ein Sparpaket vorgeschlagen, um die finanzielle Belastung abzufedern – darunter eine Milliarde Euro als Puffer für die Kassen. Doch die aktuellen Zahlen belegen, dass das Problem weitaus gravierender ist als erwartet.

Bis 2027 wird das Defizit voraussichtlich 2,5 Milliarden Euro erreichen. 2028 klafft eine Lücke von 1,9 Milliarden, 2029 bereits von 4,4 Milliarden Euro. Falls keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, könnte das Minus bis 2030 auf 5,8 Milliarden Euro anwachsen.

Am Freitag beginnt der Bundestag mit den Beratungen über die geplante Gesundheitsreform der Regierung. Die Sitzung markiert die erste Lesung der vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bewältigung der eskalierenden Krise.

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Die neuen Prognosen unterstreichen das Ausmaß der bevorstehenden finanziellen Herausforderung. Ohne tiefgreifende Reformen wird das Gesundheitssystem in den kommenden sieben Jahren mit immer höheren Defiziten konfrontiert sein. Nun müssen die Abgeordneten entscheiden, wie sie die steigenden Kosten und die wachsenden Finanzlücken in den Griff bekommen.

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