Gewerkschaftschef warnt: Deutschlands Wirtschaft droht im globalen Wettbewerb abgehängt zu werden
Tomislav PaffrathGewerkschaftschef warnt: Deutschlands Wirtschaft droht im globalen Wettbewerb abgehängt zu werden
Deutschlands Wirtschaftslage ist düster – nach sechs Jahren Stagnation warnt Gewerkschaftschef Jörg Benner vor hartem globalen Wettbewerb
Nach sechs Jahren ohne nennenswertes Wachstum sei die wirtschaftliche Lage Deutschlands „sehr ernst“, betonte Jörg Benner, Vorsitzender der Industriegewerkschaft, in einer aktuellen Stellungnahme. Er verwies auf den verschärften Wettbewerb mit China und den USA und forderte eine konsequentere Industriepolitik, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern.
Benner machte deutlich, dass es keinen „fairen Wettbewerb auf Augenhöhe“ mehr gebe – stattdessen brauche es eine zielgerichtete Strategie mit klaren Investitionsprioritäten. Eine willkürliche Verteilung von Subventionen oder undifferenzierte Kürzungen lehnte er ab. Auch Pläne zur Reform der Arbeitszeitregelungen kritisierte er scharf: Unternehmen mit schwachen Auftragsbüchern hätten derzeit dringendere Sorgen.
Gleichzeitig stellte Benner klar, dass die Gewerkschaften die Rolle der Regierung nicht ersetzen könnten. Die Forderung nach „Koalitionsgesprächen 2.0“ wies er zurück und bestand auf eine klare Trennung der Verantwortlichkeiten. Dennoch zeigte er sich offen für eine Zusammenarbeit mit der Bundesregierung – vorausgesetzt, der Fokus liege auf der Stärkung der industriellen Basis Deutschlands.
Der Erhalt von Arbeitsplätzen und die Sicherung regionaler Wertschöpfung standen im Mittelpunkt seiner Ausführungen. Ohne eine kohärente Strategie, warnte Benner, drohe Deutschland im internationalen Wettbewerb weiter zurückzufallen.
Seine Äußerungen unterstreichen die Dringlichkeit einer strukturierten Industriepolitik. Zwar schloss Benner eine Einmischung der Gewerkschaften in Regierungsaufgaben aus, signalisierte aber Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei Investitionen. Priorität müsse es sein, Jobs zu sichern und die deutsche Industrie weltweit konkurrenzfähig zu halten.






