24 May 2026, 06:43

Gleichstellungsbeauftragte kämpfen gegen wachsende antifeministische Angriffe in Deutschland

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Gleichstellungsbeauftragte kämpfen gegen wachsende antifeministische Angriffe in Deutschland

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland sehen sich wachsender Feindseligkeit ausgesetzt, während antifeministische Vorfälle zunehmen. Allein im Jahr 2024 wurden 558 Angriffe registriert – im Schnitt fast zehn pro Woche. Hinter diesen Vorfällen steht eine organisierte politische Bewegung, die sich gegen sexuelle Selbstbestimmung und Vielfalt stellt.

Die Lage hat sich so zugespitzt, dass sich kürzlich 70 Gleichstellungsbeauftragte in Lübeck trafen, um Strategien des Widerstands auszutauschen. Ihr Treffen fand statt, während Berichte über Vandalismus, Drohungen und Kürzungen ihrer Budgets weiter ansteigen.

Der Kongress der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) in Lübeck stand unter dem Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ und unterstrich damit die eskalierenden Herausforderungen. Die Teilnehmerinnen diskutierten, wie sich der wachsende Einfluss der Bewegung eindämmen lässt, der längst nicht mehr nur auf rechtsextreme Kreise beschränkt ist. Der Deutsche Frauenrat warnt bereits, dass antifeministische Rhetorik zunehmend breitere Wirkung entfaltet.

Eine Gleichstellungsbeauftragte aus Baden-Württemberg berichtete, wie Rechtsextreme nach einem öffentlichen Statement zu einem umstrittenen Thema vor ihrer Haustür aufgetaucht seien. Ihr Fall ist kein Einzelfall: 63 Prozent der Beauftragten verzeichneten antifeministische Angriffe auf ihre Arbeit, 40 Prozent waren in den vergangenen zwei Jahren sogar mehrfach betroffen.

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Sogar symbolische Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt werden zur Zielscheibe. Orangefarbene Bänke, die im Rahmen der UN-Kampagne „Orange the World“ aufgestellt wurden, wurden in Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler beschädigt. Die Attacken auf diese Bänke spiegeln die allgemeine Ablehnung von Gleichstellungsinitiativen wider.

Auf der Lübecker Tagung tauschten die Beauftragten Taktiken aus, um Netzwerke zu stärken und ihre Arbeit zu schützen. Viele betonten die Notwendigkeit größerer institutioneller Unterstützung, da Budgetkürzungen und offene Feindseligkeit ihre Arbeit zunehmend untergraben.

Der Anstieg antifeministischer Vorfälle zwingt die Gleichstellungsbeauftragten, ihre Strategien anzupassen. Da die Angriffe mittlerweile wöchentlich stattfinden, ist die Wirkung der Bewegung in ganz Deutschland spürbar. Der Kongress in Lübeck markierte einen Schritt in Richtung koordinierten Widerstands – doch die wachsenden Bedrohungen deuten auf einen langen Kampf hin.

Quelle