17 April 2026, 08:30

Gras-Zikade bedroht deutsche Ernten: Landwirte kämpfen um Lösungen gegen den Schädling

Altes Buch mit einer Zeichnung eines Grashüpfers auf dem Cover, das Text auf den Seiten enthält.

Gras-Zikade bedroht deutsche Ernten: Landwirte kämpfen um Lösungen gegen den Schädling

Deutsche Landwirte sehen sich wachsender Bedrohung durch Schädlinge ausgesetzt

Deutsche Landwirte kämpfen zunehmend mit Schädlingen wie der Gras-Zikade (Hyalesthes obsoleta), die Zuckerrüben und Kartoffeln befällt. Die Ausbreitung des Insekts hat die Debatte über Pestizidbeschränkungen und die Zukunft des chemischen Pflanzenschutzes im Land neu entfacht. Ohne wirksame Lösungen könnten wichtige Grundnahrungsmittel in Deutschland schwerer anzubauen sein, warnen Branchenvertreter.

Die Gras-Zikade entwickelt sich zunehmend zu einem ernsten Problem für die deutsche Landwirtschaft. Ihre Larven überwintern im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln, während die ausgewachsenen Tiere in Rüben-, Kartoffel- und Gemüsefelder einwandern, um Pflanzensaft zu saugen und Eier abzulegen. Zudem überträgt der Schädling Krankheitserreger, die die Qualität zentraler Nutzpflanzen mindern – viele Landwirte sind daher auf Pestizide angewiesen, um Erträge zu sichern und wirtschaftliche Verluste zu vermeiden.

Hinzu kommt, dass die EU mehrere Neonikotinoide wegen ihrer schädlichen Auswirkungen auf Bestäuber eingeschränkt oder verboten hat. Dennoch werden diese Wirkstoffe in Notfallzulassungen weiterhin gegen die Gras-Zikade eingesetzt. Das Insekt profitiert von modernen Anbaumethoden: Große Monokulturen und enge Fruchtfolgen schaffen ideale Bedingungen für seine Verbreitung.

Auf einer kürzlichen Debatte wies der Deutsche Bauernverband (DBV) auf die Herausforderungen durch den Verlust von Wirkstoffen im Pflanzenschutz hin. EU-Zulassungen für diese Chemikalien gelten maximal 15 Jahre, sodass Landwirten mit der Zeit immer weniger Optionen bleiben. DBV-Präsident Joachim Rukwied warnte, dass ohne chemische Behandlungen manche Grundnahrungsmittel in Deutschland künftig nicht mehr wirtschaftlich angebaut werden könnten.

Alternativen wie erweiterte Fruchtfolgen, Mischkulturen oder Hecken existieren zwar, werden aber kaum umgesetzt. Die Dominanz globaler Lieferketten und standardisierter Verarbeitung hemmt solche Veränderungen. Gleichzeitig wird eine Reform der Pestizid-Zulassungen politisch diskutiert – die Ausbreitung der Gras-Zikade verleiht der Debatte zusätzliche Dringlichkeit.

Die Resistenzen des Schädlings und die EU-Pestizidregulierung setzen die deutsche Landwirtschaft unter Druck. Landwirte müssen Ertragssicherung und Umweltschutz in Einklang bringen, während Politik und Wirtschaft über Reformen beraten. Ohne tragfähige Alternativen könnte der Anbau bestimmter Kulturen in den kommenden Jahren vor erheblichen Problemen stehen.

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