Hessen startet Pilotprojekt für schnellen Wohnungsübergang nach Frauenhaus-Aufenthalten
Sofia ReisingHessen startet Pilotprojekt für schnellen Wohnungsübergang nach Frauenhaus-Aufenthalten
Neues Programm in Hessen soll Frauen den Übergang von Frauenhäusern in stabiles Wohnen beschleunigen
Mit der Initiative "Wohnen nach dem Frauenhaus" wollen Kommunen, Wohnungsanbieter und Landesministerien in Hessen ein wachsendes Problem angehen: Im vergangenen Jahr waren über 9.000 Frauen in der Region von häuslicher Gewalt betroffen – viele von ihnen strandeten monatelang in Notunterkünften. Nun haben Vertreter des Deutschen Städtetags, des Verbandes südwestdeutscher Wohnungsunternehmen (VdW Südwest) sowie die hessischen Ministerien für Soziales und Wohnen eine Vereinbarung unterzeichnet, um das Programm auf den Weg zu bringen. Für 2026 ist ein Fördertopf in Höhe von 16 Millionen Euro vorgesehen, der Mietverträge für Frauen sichern soll, die ein Frauenhaus verlassen. Aktuell verbringen laut Sozialmonitor etwa jede fünfte betroffene Frau mehr als ein halbes Jahr in einer Notunterkunft.
Die Nassauische Heimstätte, ein regionaler Wohnungsanbieter, hat zugesagt, bis 2028 jährlich 10 bis 15 Wohnungen bereitzustellen. Die geförderten Einheiten sollen für ein Jahrzehnt mit Mietpreisbremse versehen sein und vorrangig an Frauen vergeben werden, die aus Frauenhäusern in ein eigenständiges Leben wechseln. Dr. Axel Tausendpfund vom VdW Südwest bezeichnete die Initiative als "entscheidende Brücke von der akuten Schutzsituation in ein langfristig stabiles Zuhause".
Dr. Michael Koch, Hauptgeschäftsführer des Hessischen Landkreistags, lobte die Maßnahmen als "notwendigen Schritt, um die überlasteten Frauenhäuser zu entlasten". Der Erfolg des Programms hänge jedoch davon ab, wie eng Wohnungswirtschaft, Land und Sozialministerium zusammenarbeiten.
Durch schnelleren Zugang zu bezahlbarem Wohnraum soll die Initiative nicht nur betroffenen Frauen helfen, sondern auch Kapazitäten in Frauenhäusern freimachen. Mit finanzieller Unterstützung und konkreten Zusagen von Wohnungsbaugesellschaften zielt das Projekt darauf ab, lange Aufenthalte in Notunterkünften zu verkürzen. Die Verantwortlichen betonen, dass die langfristige Wirkung vor allem von der kontinuierlichen Zusammenarbeit aller Beteiligten abhängt.






