Hessens Spritpreise explodieren: Politiker streiten über Lösungen gegen Rekordkosten
Gordana GnatzStaatsparlament streitet über Steuern auf Benzinpreise - Hessens Spritpreise explodieren: Politiker streiten über Lösungen gegen Rekordkosten
Im hessischen Landtag ist es zum Streit über den Umgang mit den Rekordpreisen für Kraftstoffe gekommen – die Politiker sind uneinig, ob Steuersenkungen oder langfristige Lösungen der richtige Weg sind. Am 12. März 2026 verzeichnete Hessen die höchsten Spritpreise Deutschlands: Super E10 kostete 2,017 Euro pro Liter, Diesel 2,136 Euro – deutlich mehr als in Nachbarregionen wie dem Saarland oder Rheinland-Pfalz.
Die Debatte entzündete sich vor dem Hintergrund stark gestiegener Kraftstoffkosten in Hessen, die durch die anhaltende Krise im Nahen Osten und mit dem Iran seit Anfang März weiter in die Höhe getrieben werden. Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) kritisierte die Ölkonzerne wegen "übermäßiger Gewinne" und stellte infrage, wie Steuersenkungen angesichts des angespannten Haushalts 2026 finanziert werden sollten. Er warnte, dass die finanziellen Spielräume Soforthilfen erschweren würden.
Kaya Kinkel (Grüne) forderte "entschlossenes Handeln" gegen die hohen Spritpreise und setzte sich für eine Senkung der Stromsteuer für Haushalte sowie einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien ein. Wiebke Knell (FDP) hingegen verlangte eine Reduzierung der Kraftstoffsteuern und -abgaben und bezeichnete die aktuelle Mehrwertsteuer auf CO₂-Kosten als "Doppelbesteuerung". Sie argumentierte, der Staat profitiere durch höhere Mehrwertsteuereinnahmen von der Iran-Krise.
Klaus Gagel (AfD) wies den Plan der Bundesregierung, die täglichen Preiserhöhungen für Sprit zu begrenzen, als bloße "Symbolpolitik" zurück. Er prognostizierte weiter steigende Preise, während Knell betonte, dass nur Steuersenkungen die finanzielle Belastung der Bürger lindern könnten.
Der Konflikt zeigt, wie tief die Gräben bei der Frage sind, wie Hessen die explodierenden Kraftstoffkosten in den Griff bekommen soll. Bei den bereits jetzt höchsten Preisen Deutschlands und ohne unmittelbare Einigung auf Steuerentlastungen bleibt die finanzielle Belastung für Autofahrer bestehen. Unklar ist, welche Schritte das Land als Nächstes gehen wird, während die Parteien unterschiedliche Lösungsansätze vorantreiben.






