Hunderte protestieren in Halle gegen rechtsextreme Verflechtungen eines Kampfsportstudios
Tomislav PaffrathHunderte protestieren in Halle gegen rechtsextreme Verflechtungen eines Kampfsportstudios
Hunderte Demonstranten versammelten sich am Wochenende in Halle, um gegen ein örtliches Kampfsportstudio zu protestieren, dem Verbindungen zur extremen Rechten vorgeworfen werden. Die von der antifaschistischen Gruppe Daumen runter organisierte Kundgebung richtete sich gegen die Gladiator Fight Academy und deren angebliche Rolle als Netzwerk für Extremisten. Viele der Teilnehmer waren junge Menschen, die die sofortige Schließung des Studios forderten.
Die Protestaktion fand vor Halles Hauptbahnhof statt, wo die Menge Parolen wie „Nazis raus aus unseren Kiezen“ skandierte. Im Fokus stand die Gladiator Fight Academy, die Kritiker als Treffpunkt für rechtsextreme Aktivisten bezeichnen. Die Betreiber des Studios veranstalteten kürzlich in Teutschenthal eine Veranstaltung der Gladiator Fight Series – in einem kommunalen Kulturzentrum, eine ungewöhnliche Wahl, die die öffentliche Empörung weiter schürte.
Zum engeren Kreis des Studios gehört Theo Weiland, ein bekannter deutscher Kämpfer und ehemaliger Anführer des Jungsturms Erfurt, einer Gruppe mit nachgewiesenen rechtsextremen Verbindungen. Ein weiterer Akteur im Umfeld der Gladiator Fight Academy ist Christopher Henze, dem Kontakte zur Hooligan-Szene des 1. FC Lokomotive Leipzig nachgesagt werden – ein Verein mit einer Geschichte extremistischer Verstrickungen. Auch Hans Krüger, Fan von Energie Cottbus und Nachwuchstrainer im Studio, tritt bei dessen Kämpfen an.
Die Proteste erhielten zusätzliche Brisanz durch den wachsenden Einfluss der rechtspopulistischen AfD in Sachsen-Anhalt. Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte die Partei 37,3 Prozent der Stimmen, und aktuelle Umfragen deuten auf noch stärkere Zustimmung bei der anstehenden Landtagswahl hin. Die Anwesenheit von AfD-Mitgliedern bei der Kampfveranstaltung des Studios verstärkte die Sorgen über politische Verflechtungen weiter.
Die Demonstration spiegelte die zunehmenden Spannungen um rechtsextreme Aktivitäten in der Region wider. Während die Protestierenden konkrete Maßnahmen gegen das Studio fordern, sehen sich dessen Betreiber wachsender Kritik ausgesetzt. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl wird das Thema voraussichtlich weiter im Mittelpunkt von Aktivisten und politischen Gruppen stehen.






