17 June 2026, 16:30

Italo drängt 2028 mit Hochgeschwindigkeitszügen auf deutsche Strecken – doch die Bahnbranche schlägt Alarm

Gewerkschaft: Italo-Züge könnten Städte vom Fernverkehr abkoppeln

Italo drängt 2028 mit Hochgeschwindigkeitszügen auf deutsche Strecken – doch die Bahnbranche schlägt Alarm

Italo, eine Tochter der EVN, plant ab 2028 Fernverkehrszüge in Deutschland

Der italienische Bahnbetreiber Italo, der zum Energieunternehmen EVN gehört, will bis 2028 langstreckige Zugverbindungen in Deutschland aufnehmen. Geplant sind wichtige Strecken wie München–Frankfurt–Köln–Dortmund und München–Berlin–Hamburg. Branchenvertreter äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf das bestehende Schienennetz.

Italo strebt an, 2028 den Betrieb auf den wichtigsten Fernverkehrsachsen des Landes aufzunehmen. Michael Peterson, bei der Deutschen Bahn zuständig für den Fernverkehr, warnte, dass bis zu 120 Bahnhöfe mit Einschränkungen rechnen müssten, falls Italo auf den Markt kommt. Mindestens 16 Städte könnten ihre ICE- und IC-Anbindungen verlieren.

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Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), kritisierte Italos Vorgehen scharf und warf dem Unternehmen vor, sich nur die lukrativsten Strecken „rosinen zu picken“. Die Gewerkschaft warnt zudem, dass der Markteintritt Italos zu Kürzungen im Regionalverkehr führen und kleinere Bahnhöfe benachteiligen könnte. Auch Christian Bernreiter, bayerischer Verkehrsminister, meldete sich zu Wort und äußerte Sorgen über die Konkurrenz um die begrenzten Kapazitäten im Schienennetz.

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, forderte die Politik auf, klarere Wettbewerbsregeln zu schaffen. Ohne eine angemessene Regulierung, so ihre Argumentation, könnte der Marktzugang neuer Anbieter das bestehende Netz durcheinanderbringen.

Italos geplante Expansion in Deutschland könnte das Bahnsystem des Landes grundlegend verändern. Die Konzentration des Unternehmens auf stark nachgefragte Strecken birgt das Risiko von Serviceeinschränkungen an vielen Bahnhöfen. Politiker und Branchenvertreter stehen nun unter Druck, die Herausforderungen durch den zunehmenden Wettbewerb zu lösen.

Quelle