27 March 2026, 10:31

Julia Ruhs verlässt NDR-Format Klar – und löst Medien-Debatte aus

Titelseite der deutschen Zeitung "Weitpreubliche Zeitung" vom 13. November 1939, die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Umgebung zeigt.

Julia Ruhs verlässt NDR-Format Klar – und löst Medien-Debatte aus

Julia Ruhs wird die NDR-Sendung Klar nicht mehr moderieren, bleibt jedoch beim Bayerischen Rundfunk (BR). Die Entscheidung fällt nach einer öffentlichen Debatte über ihre politische Haltung, die sie selbst als "konservativ-liberal" beschreibt. Sowohl Kritiker als auch Unterstützer haben sich seitdem zum Schritt des Senders geäußert.

Ruhs selbst nahm auf Social Media Stellung und bezeichnete einen satirischen Beitrag über sie in der ZDF-heute show als "etwas gemein, aber sehr lustig".

Der NDR bestätigte, mit Ruhs nicht weiter als alleinige Moderatorin von Klar zusammenzuarbeiten – obwohl alle drei von ihr präsentierten Folgen intern positiv bewertet worden waren. Stattdessen übernimmt Tanit Koch das Format für den Sender.

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Die Entscheidung löste eine Diskussion aus, nachdem ZDF-heute show-Moderator Oliver Welke die Personalie kritisiert hatte. In der Sendung zeigte er ein Interview, in dem Ruhs dem Magazin Cicero sagte: "Selbst einige meiner Freunde haben durchaus recht konservative Ansichten." Welke plädierte dafür, in den Medien mehr Raum für unterschiedliche Perspektiven zu lassen, und betonte: "Wir müssen alle lernen, mehr auszuhalten."

Der Komiker Idil Baydar – bekannt als Jochen Bendel oder Bosetti – verteidigte hingegen die NDR-Entscheidung und bezeichnete sie als Absage an "Populismus und schlechten Journalismus". Ruhs, die innerhalb von drei Jahren vom BR-Volontariat zur Moderatorin aufstieg, wird unterschiedlich wahrgenommen: Manche stufen sie als rechtslastig ein, andere loben ihren journalistischen Ansatz.

Auf der Plattform X äußerte sich Ruhs zum satirischen Beitrag und erkannte dessen scharfen, aber humorvollen Ton an. Über ihre politischen Ansichten hinaus, die sie als konservativ-liberal einordnet, hat sie sich nicht weiter öffentlich geäußert.

Die Debatte um Ruhs' Abgang beim NDR spiegelt die unterschiedlichen Auffassungen zu journalistischer Ausgewogenheit und politischer Neutralität im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wider. Sie bleibt weiterhin Moderatorin von Klar beim BR, während der NDR mit Koch als Nachfolgerin plant. Die Diskussion steht im Kontext von Ruhs' raschem Karriereaufstieg und der grundsätzlichen Debatte über Medienstandards.

Quelle