KNDS investiert eine Milliarde Euro in neue Rüstungsproduktion für Europas Militärfahrzeuge
Sofia ReisingKNDS investiert eine Milliarde Euro in neue Rüstungsproduktion für Europas Militärfahrzeuge
Deutscher Rüstungskonzern KNDS baut Produktionskapazitäten für 1 Milliarde Euro aus
Der deutsche Rüstungshersteller KNDS erweitert seine Produktionskapazitäten mit einem Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro. Das Unternehmen verhandelt derzeit über den Kauf oder die Anmietung von Werken von Mercedes-Benz und Volkswagen. Diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund einer wachsenden Nachfrage nach Militärfahrzeugen in Europa.
Die Bundeswehr plant in naher Zukunft die Bestellung von bis zu 3.000 gepanzerten Boxer-Fahrzeugen. KNDS sucht bereits seit Längerem nach neuen Produktionsstandorten. Im vergangenen Jahr übernahm das Unternehmen das Alstom-Werk in Görlitz. Nun führt es Gespräche mit Mercedes-Benz über die Pacht oder den Erwerb von Teilen des Werks in Ludwigsfelde bei Berlin. Eine endgültige Entscheidung steht zwar noch aus, doch die Verhandlungen laufen.
Mercedes-Benz beabsichtigt, die Produktion des Sprinter-Transporters bis etwa 2030 von Ludwigsfelde nach Jawor in Polen zu verlagern. Durch diesen Schritt werden Teile des deutschen Standorts für andere Nutzungen frei. KNDS könnte die Flächen für die Herstellung von Militärfahrzeugen nutzen, darunter Panzer und gepanzerte Transportfahrzeuge.
Gleichzeitig prüft KNDS auch das Volkswagen-Werk in Osnabrück. Der Autokonzern hat bestätigt, dass er nach dem Auslaufen der aktuellen Produktion im Jahr 2027 „tragfähige Perspektiven“ für den Standort erkundet. Das Interesse des Rüstungskonzerns passt zu seiner übergeordneten Strategie, die Kapazitäten für militärische Aufträge auszubauen.
Die Expansion fällt in eine Phase, in der Deutschland seine Verteidigungsausgaben erhöht. Die geplante Bestellung von 3.000 Boxer-Fahrzeugen würde die Auslastung von KNDS deutlich steigern. Mit der Milliarde Euro will das Unternehmen sicherstellen, dass es die wachsende Nachfrage nach gepanzerten und taktischen Fahrzeugen in ganz Europa bedienen kann.
Mögliche Vereinbarungen mit Mercedes-Benz und Volkswagen wären ein wichtiger Schritt im Wachstum von KNDS. Das Unternehmen positioniert sich damit für die Abwicklung großvolumiger Rüstungsaufträge, darunter auch die anstehende Boxer-Bestellung. Sollten die Verhandlungen erfolgreich verlaufen, könnten sowohl Ludwigsfelde als auch Osnabrück zu zentralen Standorten der europäischen Rüstungsproduktion werden.






