Kritik an E-Auto-Prämie: Chinesische Hersteller profitieren am stärksten
Tomislav PaffrathKritik an E-Auto-Prämie: Chinesische Hersteller profitieren am stärksten
Die deutsche staatliche Kaufprämie für Elektroautos hat eine Debatte über ihre Wirkung und Begünstigten ausgelöst. Das mit 3,5 Milliarden Euro ausgestattete Förderprogramm unterstützt ab Januar 2026 neu zugelassene Elektrofahrzeuge und gewährt Käufern bis zu 6.000 Euro Rabatt auf ausgewählte Modelle. Kritiker monieren, dass vor allem ausländische Hersteller – insbesondere chinesische – von der Subvention profitieren.
Eine aktuelle Umfrage des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zeigt, dass die meisten geförderten Fahrzeuge im Preissegment zwischen 20.000 und 30.000 Euro liegen. Diese Modelle stammen größtenteils von chinesischen Marken. Deutsche Automobilhersteller bieten derzeit keine Elektroautos in dieser Preisklasse an.
Burkhard Weller, Inhaber mehrerer Autohäuser, berichtete, dass sich der Absatz günstiger chinesischer E-Autos an seinen Standorten im Mai mehr als verdoppelt habe. Sein Eindruck: Die Prämie habe vor allem bestehende Nachfrage bedient, statt neue Käufer zu gewinnen. Weller kritisiert, dass die Förderung die langfristige Verbreitung von Elektroautos nicht vorantreibe.
Um das Programm zu verbessern, schlägt Weller vor, die Subventionen auf gebrauchte Elektrofahrzeuge auszuweiten. Zudem fordert er einen Ausbau der Ladeinfrastruktur, niedrigere Strompreise und transparente Preise an Ladestationen. Sein Konzept sieht vor, Ladestationen nach dem Vorbild des Mobilfunk-Roamings mit klaren Kostenstrukturen zu betreiben.
Das aktuelle Förderprogramm verfügt über ein Budget von 3,5 Milliarden Euro und gilt für ab 2026 neu zugelassene Elektroautos. Es unterstützt finanziell bestimmte Modelle, begünstigt bisher aber vorrangig ausländische Hersteller. Die Diskussion darüber, wie der Anreiz für den deutschen Markt wirksamer gestaltet werden kann, hält an.






