Liebig-Zentrum in Gießen revolutioniert nachhaltige Landwirtschaft mit globaler Forschung
Tomislav PaffrathLiebig-Zentrum in Gießen revolutioniert nachhaltige Landwirtschaft mit globaler Forschung
Neues Forschungszentrum für nachhaltige Landwirtschaft in Gießen offiziell eröffnet
Das "Liebig-Zentrum" wird sich auf die Steigerung von Ernteerträgen, die Anpassung an den Klimawandel und die Weitergabe wissenschaftlich fundierter Lösungen an über 180 UN-Mitgliedstaaten konzentrieren. Benannt ist das Zentrum nach dem Chemiker Justus Liebig, dessen Arbeit im 19. Jahrhundert die Landwirtschaft revolutionierte und die Nahrungsmittelproduktion entscheidend verbesserte.
Die Vereinbarung zur Gründung des Zentrums unterzeichneten am 16. Mai 2025 die Präsidentin der Justus-Liebig-Universität (JLU), Prof. Dr. Katharina Lorenz, und Dr. Najat Mokhtar, stellvertretende Generaldirektorin der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Die Partnerschaft baut auf der Arbeit des gemeinsamen FAO/IAEA-Zentrums auf, das bereits durch nukleare und Isotopentechniken zur Ernährungssicherheit in der Landwirtschaft beiträgt.
Das Liebig-Zentrum wird als globale Plattform für Forscher dienen und den Austausch von Wissen sowie die Zusammenarbeit fördern. Mithilfe isotopengestützter Methoden werden Ökosystemveränderungen untersucht und landwirtschaftliche Systeme entwickelt, die widerstandsfähiger gegen Klimaveränderungen sind. Bis März 2026 profitierten bereits rund 60 UN-Mitgliedstaaten vom IAEA-Programm "Atoms4Food", das nukleare Techniken einsetzt, um Ernteerträge zu steigern und robustere Pflanzensorten zu züchten.
Zwei Schlüsselinstitute der Justus-Liebig-Universität (JLU) übernehmen dabei zentrale Rollen: Das Institut für Pflanzenökologie unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Müller betreibt eines der ältesten FACE-Systeme weltweit – eine Forschungsanlage, die untersucht, wie steigende CO₂-Werte Pflanzen beeinflussen. Das Institut für Insektenbiotechnologie im Pflanzenschutz, geleitet von Prof. Dr. Marc Schetelig, entwickelt hingegen biologische Methoden zur Schädlingsbekämpfung ohne chemische Mittel.
Die Arbeit des Zentrums wird maßgeschneiderte Lösungen für verschiedene Regionen bereitstellen und Landwirten helfen, sich an klimatische Herausforderungen anzupassen. Die Forschung unterstützt UN-Programme, die weltweit auf mehr Ernährungssicherheit und eine nachhaltige Landwirtschaft abzielen. Die Kooperation zwischen der JLU und der IAEA markiert einen wichtigen Schritt hin zu widerstandsfähigeren Anbaumethoden auf globaler Ebene.






