M&A-Boom in Deutschland: Rekordwettbewerb um Übernahmeziele trotz hoher Preise
Alan JunkM&A-Boom in Deutschland: Rekordwettbewerb um Übernahmeziele trotz hoher Preise
Der Markt für Unternehmensfusionen und -übernahmen in Deutschland erwärmt sich zusehends. Vertreter bewerten die Wettbewerbsintensität bei potenziellen Übernahmezielen mit dem Rekordwert von 8,25 von 10 Punkten. Verkäufer mittelgroßer und großer Unternehmen erwarten aufgrund günstiger Rahmenbedingungen und hoher Liquidität eine starke Nachfrage nach Desinvestitionen.
Die Arbeitsbelastung für M&A-Berater in diesen Segmenten ist deutlich gestiegen. Seit Juni hat sich ihre Aktivität um 26 Prozent erhöht, da die Zahl der Transaktionen zunimmt. Dennoch scheitern viele Deals weiterhin, weil Verkäufer überzogene Preisvorstellungen haben.
Eine Umfrage zeigt veränderte Prioritäten in den Führungsetagen. Fast die Hälfte der strategisch ausgerichteten Manager sieht Übernahmen als Treiber für Innovation. Gleichzeitig betrachten 50 Prozent der Unternehmen M&A als zentralen Bestandteil ihrer Digitalisierungsstrategie.
Die Anzahl attraktiver Übernahmeziele schrumpft, da die anhaltende Deal-Tätigkeit die Auswahl verringert. Dennoch dürfte der Boom über das Jahr 2017 hinaus anhalten, getrieben von der starken Käufernachfrage. Auch die regulatorischen Anforderungen haben an Bedeutung gewonnen: 40 Prozent der Befragten verzeichnen einen deutlichen Anstieg ihrer Relevanz in den vergangenen fünf Jahren. Drei Viertel halten mittlerweile Garantieerklärungen in Verträgen für unverzichtbar, um Compliance-Risiken abzusichern.
Der deutsche M&A-Markt bleibt hochaktiv, mit Rekordwettbewerb um Übernahmekandidaten. Unternehmen nutzen Übernahmen weiterhin, um Wachstum, Innovation und digitale Transformation voranzutreiben. Die anhaltend starke Nachfrage und hohe Liquidität deuten darauf hin, dass sich dieser Trend fortsetzt – auch wenn hohe Preise und Compliance-Bedenken weiterhin Herausforderungen darstellen.






