Mittelstand fühlt sich von Merz-Gipfel ignoriert und schlägt Alarm
Tomislav PaffrathMittelstand fühlt sich von Merz-Gipfel ignoriert und schlägt Alarm
Elf Branchenverbände haben sich gegen einen bevorstehenden Gipfel unter der Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ausgesprochen. Die für die Kanzlei geplante Veranstaltung stößt bei Deutschlands Mittelstand – den kleinen und mittleren Unternehmen, die sich von den Regierungsplänen ignoriert fühlen – auf scharfe Kritik. Angesichts anhaltender wirtschaftlicher Stagnation und Unsicherheit wächst die Besorgnis in diesem Sektor.
Die Kritik kommt vor dem hochrangigen Treffen in der Villa Borsig, zu dem Vertreter des Mittelstands nach eigenen Angaben nicht eingeladen wurden. Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), warf der Bundesregierung vor, die Vorbereitungen des Gipfels unzureichend gestaltet zu haben. Er warnte davor, frühere Fehler – wie etwa das gescheiterte 1.000-Euro-Bonusprogramm, das die tatsächlichen Bedürfnisse der Unternehmen verfehlte – zu wiederholen.
Die Verbände kritisieren, dass der Gipfel mit seinem engen Fokus auf die Industriekerne die breitere Wirtschaftslandschaft Deutschlands außer Acht lässt. Ihre langjährigen Forderungen – darunter Bürokratieabbau, eine Reform der Einkommensteuer und flexiblere Arbeitsgesetze – bleiben weiterhin unerfüllt. Da die Ampelkoalition den Mittelstand bei diesem als entscheidend geltenden Treffen der Legislaturperiode aussperrt, wächst die Verärgerung unter den Unternehmensführern.
Ahlhaus betonte, dass etwaige Vereinbarungen ohne Berücksichtigung der Realität kleiner und mittlerer Betriebe wirkungslos bleiben würden. Die Verbände befürchten, dass ihre Anliegen erneut zugunsten der Interessen großer Industriekonzerne zurückgestellt werden.
Der Gipfel findet unter zunehmender Unzufriedenheit des deutschen Mittelstands statt. Ohne echte Einbindung riskiere die Regierung, die wirtschaftliche Stagnation weiter zu vertiefen, warnen die Verbände. Ihre Forderungen nach Reformen in den Bereichen Bürokratie, Steuern und Arbeitsrecht bleiben vorerst unbeantwortet.






