Münchner "Marsch für das Leben" spaltet Stadt in emotionale Debatte
Tomislav PaffrathMünchner "Marsch für das Leben" spaltet Stadt in emotionale Debatte
Tausende versammelten sich am Samstag in München zum sechsten jährlichen Marsch für das Leben. Die Teilnehmer forderten strengere Schutzmaßnahmen für ungeborene Kinder und warben für das, was sie als eine "Kultur des Lebens" bezeichneten. Gleichzeitig zog die Veranstaltung eine bedeutende Gegenkundgebung an: Rund 1.500 Demonstranten protestierten gegen die Botschaft des Marsches.
Die Veranstalter sprachen von 7.000 Teilnehmern, während die Polizei die Zahl der Demonstranten auf etwa 4.500 schätzte. Silja Fichtner, Vorsitzende der Organisation Stimme der Ungeborenen, betonte die Notwendigkeit, das Leben "von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod" zu schützen. Mehrere römisch-katholische Bischöfe unterstützten die Kundgebung mit Grußbotschaften.
Der Marsch wurde zeitweise unterbrochen, als Gegenprotestler eine Straße blockierten und den Zug für etwa 45 Minuten zum Stehen brachten. Die Organisatoren werteten die hohe Teilnehmerzahl als direkte Reaktion auf die wachsenden Forderungen von Abtreibungsbefürwortern.
Bereits jetzt steht der nächste Marsch für das Leben fest: Am 19. September sind Veranstaltungen in Berlin und Köln geplant.
Die Münchner Demonstration unterstrich die tiefen Gräben in der deutschen Abtreibungsdebatte. Während die Veranstalter die Teilnehmerzahl als Zeichen wachsender Unterstützung feierten, zeigte die Gegenkundgebung den starken Widerstand. Künftige Märsche werden voraussichtlich weiterhin beide Seiten der Kontroverse mobilisieren.






