Neun von zehn Deutschen stoßen auf Falschmeldungen – doch viele erkennen sie nicht
Gordana GnatzNeun von zehn Deutschen stoßen auf Falschmeldungen – doch viele erkennen sie nicht
Eine neue Umfrage offenbart weit verbreitete Sorgen unter Deutschen wegen Fehlinformationen. Neun von zehn Befragten geben an, bereits falsche oder irreführende Inhalte im Internet gesehen zu haben – viele tun sich schwer damit, die Glaubwürdigkeit dessen zu überprüfen, was ihnen begegnet. Die Ergebnisse zeigen zudem wachsende Bedenken hinsichtlich KI-generierter Deepfakes und deren möglicher Auswirkungen.
Laut der Studie sind 91 Prozent der Deutschen bereits auf falsche oder täuschende Informationen im Netz gestoßen. Davon erinnern sich 74 Prozent konkret an Falschmeldungen im Zusammenhang mit der US-Politik. Gleichzeitig haben 63 Prozent Schwierigkeiten einzuschätzen, ob Nachrichtenquellen vertrauenswürdig sind.
Deepfakes stellen ein weiteres großes Problem dar. Während 20 Prozent sicher sind, bereits KI-erzeugte Deepfakes gesehen zu haben, vermuten weitere 41 Prozent, dass sie damit konfrontiert waren. Am häufigsten treten diese manipulierten Inhalte in Videoform auf. Obwohl 89 Prozent Deepfakes als gefährlich einstuften, fühlen sich nur 34 Prozent sicher, sie als solche zu erkennen.
Die Umfrage deckt zudem riskantes Online-Verhalten auf: Mehr als die Hälfte – 51 Prozent – gibt zu, Inhalte zu teilen, ohne deren Richtigkeit zu prüfen. Gleichzeitig besteht große Unterstützung für rechtliche Maßnahmen: 84 Prozent befürworten Strafen für die Ersteller von Desinformation. Ähnlich fordern 87 Prozent, dass die gezielte Verbreitung von Falschmeldungen gesetzlich bestraft werden sollte.
Die Ergebnisse unterstreichen die Herausforderungen, vor denen die Deutschen bei der Bewältigung von Online-Informationen stehen. Viele stoßen täglich auf ungeprüfte Inhalte, und ein beträchtlicher Teil hat Mühe, Fakten von Fiktion zu unterscheiden. Die Forderungen nach schärferen Strafen spiegeln die wachsende Verärgerung über die Verbreitung von Fehlinformationen und Deepfakes wider.






