NRW-Polizei startet OSINT-Offensive gegen digitale Bedrohungen und politische Kriminalität
Sofia ReisingNRW-Polizei startet OSINT-Offensive gegen digitale Bedrohungen und politische Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Überwachung mit OSINT-Offensive aus
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen erweitert ihre digitalen Überwachungskapazitäten mit einem massiven Ausbau der Open-Source-Intelligence (OSINT). Im Rahmen der Initiative werden neue Fachkräfte geschult und spezialisierte Einheiten aufgebaut, um Online-Bedrohungen zu überwachen. Behördenvertreter bezeichnen das Vorhaben als einen strategischen Modernisierungsschub für die Strafverfolgung im digitalen Zeitalter.
Im Mittelpunkt steht Fabian Coenen, Leiter der Unterabteilung 22.2 beim Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf. Sein Team, das ursprünglich nur aus zwei Personen bestand, ist mittlerweile auf 16 Spezialisten angewachsen – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Ihr Fokus liegt auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität, wobei sie Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen wie sozialen Medien auswerten.
Die Expansion beschränkt sich nicht auf Düsseldorf. Unter dem Projektnamen «Digitale Streife» hat das LKA zehn neue Beamte eingestellt, davon sechs für Coenens Einheit. Fast 100 weitere Polizisten in sechs regionalen Behörden sind ebenfalls eingebunden. Die größte dieser Einheiten befindet sich in Köln, geleitet von Swen Schubert, der 18 Stellen verantwortet – darunter 16 Fallbearbeiter.
Ausbildung spielt eine zentrale Rolle in der Initiative. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Ausbilder an der Landesakademie für Ausbildung, Fortbildung und Personalentwicklung (LAFP) in Neuss, schult sowohl neues LKA-Personal als auch Beamte der Digitalen Streife. Seine Kurse vermitteln Methoden zur Erfassung und Analyse öffentlich verfügbarer Online-Informationen.
Eine der neuen Kräfte ist Laura Ellrich, eine 28-jährige Beamtin, die 2022 in die Staatsschutzabteilung des LKA eingetreten ist. Sie arbeitet nun in Coenens Team und konzentriert sich auf OSINT innerhalb der Behörde. Die sechs spezialisierten Einheiten, die zum deutschen Staatsschutznetzwerk gehören, bieten Schnellreaktionsunterstützung für dringende Einsätze im Zusammenhang mit rasant eskalierenden politischen Ereignissen.
Die OSINT-Offensive markiert einen grundlegenden Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Bedrohungen. Mit ausgebauten Teams, zielgerichteter Ausbildung und neuen operationellen Einheiten wollen die Behörden ihre Fähigkeit stärken, Online-Risiken zu erkennen und zu bekämpfen. Die Maßnahmen spiegeln die wachsenden Anforderungen an die Strafverfolgung in einer zunehmend digitalisierten Welt wider.






