15 May 2026, 18:38

Pflegeversicherung vor 22-Milliarden-Defizit: Wer zahlt die Zeche bis 2026?

Plakat zur Pflegeschwesterwoche 2020 mit zwei Fotos von Pflegeschwestern links und dem Text "Mitgefühl, Expertise, Vertrauen" rechts sowie einem Logo unten rechts.

Pflegeversicherung vor 22-Milliarden-Defizit: Wer zahlt die Zeche bis 2026?

Deutschlands Pflegeversicherung steht vor enormen Belastungen – bis 2026 droht ein Defizit von 22 Milliarden Euro. Gesundheitsministerin Nina Warken will bis Mitte Mai ein Sparpaket vorlegen, doch Kritiker warnen, dass ihre geplanten Reformen die Krise in Pflegeheimen weiter verschärfen und Angehörige zusätzlich belasten könnten.

Warkens Plan sieht mehrere Kürzungsmaßnahmen vor: So sollen Zuschüsse für stationäre Pflege später ausgezahlt werden, und die schrittweise Erhöhung der Versicherungsleistungen wird hinausgezögert. Nach viereinhalb Jahren wird die maximale Kostenübernahme zudem auf 70 Prozent gedeckelt – die Differenz müssen die Pflegebedürftigen selbst tragen.

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Der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang schätzt, dass sich durch diese Verzögerungen die monatlichen Eigenanteile um 161 Euro erhöhen würden. Über den gleichen Zeitraum könnten auf die Bewohner fast 20.000 Euro zusätzliche Kosten zukommen. Aktuell zahlen Heimbewohner im Schnitt 3.200 Euro pro Monat, wobei die Zuschüsse schrittweise steigen.

Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse DAK, übt scharfe Kritik an den Plänen. Er erwartet, dass Warken vorschlagen wird, die Rentenansprüche von pflegenden Angehörigen zu halbieren – eine Maßnahme, die seiner Meinung nach diejenigen weiter überlastet, die bereits jetzt Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen. Storm fordert einen Stopp der Reformen und warnt, dass sie die bestehende Pflegekrise weiter zuspitzen könnten.

Ziel der geplanten Änderungen ist es, das 22-Milliarden-Loch im System zu schließen. Sollten sie umgesetzt werden, müssten Bewohner und Angehörige höhere Kosten tragen, während die staatlichen Leistungen später bei ihnen ankommen. Die finalen Details von Warkens Sparpaket werden für Mitte Mai erwartet.

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