Satelliten sollen Deutschlands Funklücken bis 2028 schließen
Deutschlands größte Telekommunikationsunternehmen setzen auf Satelliten, um Funklücken zu schließen
Neue Partnerschaften sollen zuverlässige Mobilfunkverbindungen in abgelegene Gebiete bringen und die Notfallkommunikation stärken. Mehrere Anbieter haben Pläne bekannt gegeben, ihre Dienste mithilfe von Weltraumtechnologie auszubauen.
O2 Telefónica arbeitet mit dem Unternehmen OQ Technology zusammen, um in Mecklenburg-Vorpommern Satellitenkonnektivität zu testen. Die Versuche sollen Anfang 2027 starten und nutzen Standard-Mobilfunkfrequenzen, sodass herkömmliche Smartphones ohne zusätzliche Hardware eine Verbindung herstellen können. Das rein europäische Unternehmen OQ Technology betreibt derzeit fünf Satelliten und wird in diesem Jahr drei weitere ins All bringen. Ein System der nächsten Generation für bidirektionale Kommunikation soll 2025 eingeführt werden.
Das Unternehmen plant, sein Netz rasant auszubauen: Bis Ende 2027 sollen 48 Satelliten im Einsatz sein, um alle 30 Minuten Abdeckung zu gewährleisten. Bis 2028 oder 2029 rechnet man mit 150 Satelliten im Orbit, die dann durchgehende Dienste für datenintensive Anwendungen ermöglichen sollen.
Unterdessen hat die Deutsche Telekom eine Kooperation mit Starlink geschlossen, um ab 2028 Mobilfunkempfang in abgelegenen Regionen anzubieten. Auch Vodafone erforscht weltraumgestützte Lösungen über ein Joint Venture mit AST SpaceMobile, allerdings steht ein Starttermin für Deutschland noch nicht fest.
Die Satellitenverbindungen sind darauf ausgelegt, bestehende Mobilfunknetze zu ergänzen. Ziel ist es, Funkschatten zu beseitigen und sicherzustellen, dass die Kommunikation auch bei Naturkatastrophen oder Netzausfällen aufrechterhalten bleibt.
Der Vorstoß für satellitengestützte Mobilfunkdienste bedeutet, dass in den kommenden Jahren immer weniger Gebiete ohne Empfang bleiben werden. Langfristig sollen Standard-Smartphones direkt mit weltraumgestützten Netzen verbunden werden können – und damit die Abhängigkeit von der Bodeninfrastruktur verringern. Die Anbieter liefern sich nun ein Wettrennen, um die Technologie noch vor Ende des Jahrzehnts einzuführen.






