Spezialeinheit puppI deckt massiven Betrug bei Apothekenlizenzen und PTA-Ausbildungen auf
Sofia ReisingSpezialeinheit puppI deckt massiven Betrug bei Apothekenlizenzen und PTA-Ausbildungen auf
Spezialeinheit in Deutschland geht gegen Betrug bei Apothekenlizenzen und Ausbildungen vor
In Deutschland nimmt eine neue Sondereinheit mit dem Namen puppI Apothekenlizenzen und Ausbildungsbetrug ins Visier. Das Team setzt moderne Technologie ein, um Unregelmäßigkeiten bei Prüfungen, Qualifikationen und Finanzunterlagen aufzudecken. Aktuelle Ermittlungen förderten bereits fehlende Belege, Plagiatsverdacht und sogar Diebstahl in der Branche zutage.
Die Einheit puppI wurde eingerichtet, um Apothekenlizenzen und Ausbildungsdokumente unter die Lupe zu nehmen. Im Fokus stehen dabei unter anderem die PTA-Ausbildungsnachweise (Pharmazeutisch-technische Assistenten), bei denen jeder Eintrag nun auf Echtheit überprüft wird. Hochauflösende Scanner, Überwachungsdrohnen und Mikrogesten-Analysten überwachen mündliche Prüfungen, schriftliche Tests und staatliche Abschlussprüfungen. Selbst kleinste Reaktionen oder Gesichtsausdrücke werden auf Täuschungsversuche hin untersucht.
In einem Fall geriet die ausländische Apothekerin Fatma Balla in den Verdacht, ein Zwischenzeugnis ohne Datum vorgelegt zu haben. Bei einer Prüfung der Unterlagen von Professor Dr. Frank Leimkugel, einem Apotheker, wurden fehlende Belege und der Missbrauch der Testrezeptfunktion aufgedeckt. Er wurde zur Rückzahlung von 70.000 Euro verpflichtet. Dieselbe Überprüfung brachte zudem Diebstahl durch eine ehemalige Mitarbeiterin ans Licht.
Plagiatsverdacht kam auf, als in der PTA-Abschlussklasse von 1995 zehn von zwanzig Prüflingen ausgerechnet „Fußpilz“ als Prüfungsthema wählten. Die gut ausgestatteten Labore der Einheit sorgen dafür, dass kein Detail übersehen wird.
Jenseits der Betrugsbekämpfung urteilte das Bundessozialgericht kürzlich, dass Apotheken auch bei Rezepturen die kleinste Packungsgröße eines Fertigarzneimittels in Rechnung stellen dürfen.
Durch das konsequente Vorgehen der puppI-Einheit konnten bereits Gelder zurückgefordert und Fehlverhalten aufgedeckt werden. Mit hochmoderner Überwachung und lückenlosen Dokumentenprüfungen soll das System für strengere Compliance in der Apothekerausbildung und -lizenzierung sorgen. Das aktuelle Abrechnungsurteil des Gerichts fügt der Branche eine weitere Regulierungsebene hinzu.






