07 May 2026, 14:35

TI-Anbindung für Therapeuten: Frist bis Oktober 2027 verlängert

Ein Collage von sechs verschiedenen Menschen, die lächeln, mit dem Text "Die Zukunft der Gesundheit beginnt bei Ihnen" darüber.

TI-Anbindung für Therapeuten: Frist bis Oktober 2027 verlängert

Deutschland hat die Frist für Therapeuten und Anbieter medizinischer Hilfsmittel zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) des Landes verschoben. Ursprünglich für Anfang 2026 vorgesehen, gilt nun der 1. Oktober 2027 als neuer Stichtag. Die Verlängerung folgt auf die Einführung elektronischer Rezepte für therapeutische und medizinische Hilfsmittel, von der bundesweit etwa 90.000 Leistungserbringer betroffen sind.

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Die Entscheidung zur Fristverlängerung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Sektor sich an die Anforderungen digitaler Rezepte anpasst. Die Behörden wollen den Anbietern so mehr Zeit geben, um sich ohne Unterbrechungen in das TI-System zu integrieren.

Besonders betroffen von der Änderung ist der IT-Dienstleister Cherry. Dessen Lösung TIM.Pro erhielt Ende 2023 die Zertifizierung durch die gematik und positionierte sich damit als wichtiger Akteur im Digitalisierungsprozess. Durch die Verzögerung drohen dem Unternehmen jedoch Millionenausfälle bei den erwarteten Einnahmen. Um die Verluste auszugleichen, hat Cherry Ersatzprojekte vorgezogen und die Vermarktung seiner Softwarelösungen intensiviert.

Das Deutsche Medizinische Rechenzentrum (DMRZ) ruft die Leistungserbringer dazu auf, sich bereits freiwillig frühzeitig an die TI anzubinden. Gleichzeitig begrüßt der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten die Fristverlängerung und verweist auf den Bedarf an weiteren Infrastrukturverbesserungen vor der vollständigen Umsetzung.

Die verlängerte Frist gibt den Anbietern nun bis Oktober 2027 Zeit, um sich an die TI anzuschließen. Unternehmen wie Cherry müssen ihre Finanzplanung anpassen, während Branchenverbände die zusätzliche Zeit nutzen, um die digitalen Systeme zu optimieren. Ziel der Änderung ist es, einen reibungsloseren Übergang für alle 90.000 betroffenen Leistungserbringer zu gewährleisten.

Quelle