USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und lösen Sicherheitsdebatte aus
Sofia ReisingUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und lösen Sicherheitsdebatte aus
Die USA haben angekündigt, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen – ein Schritt, der unter deutschen Politikern und Militärfachleuten eine kontroverse Debatte ausgelöst hat. Während einige die Entscheidung als unbedeutend abtun, warnen andere vor erheblichen Sicherheitsrisiken – insbesondere nach der Aufkündigung eines zentralen Rüstungsabkommens.
Der Truppenabzug geht einher mit der Streichung eines für 2024 geplanten deutsch-amerikanischen Abkommens über Marschflugkörper vom Typ Tomahawk und Hyperschallwaffen des Typs Dark Eagle. Der Militärstratege Carlo Masala betonte, dass diese Absage eine größere Bedrohung darstelle als der Truppenabbau selbst. Er verwies darauf, dass dadurch eine kritische Lücke in der Abschreckung Russlands entstehe.
Kritik kommt aus verschiedenen Lagern. Der außenpolitische Sprecher der CDU, Jürgen Hardt, warnte, der Abzug schwäche die jahrzehntelang aufgebaute konventionelle Abschreckung. Er unterstrich die Bedeutung US-amerikanischer Stützpunkte wie des EUCOM in Stuttgart und der Ramstein Air Base. Die verteidigungspolitische Sprecherin der SPD, Siemtje Möller, nannte den Kurs von Präsident Trump dagegen „unberechenbar“ und die Entscheidung „strategisch nicht fundiert“. Sie forderte europäische Staaten auf, schneller in eigene Sicherheitssysteme zu investieren.
Nicht alle teilen diese Bedenken. Sören Pellmann von der Linken bezeichnete den Schritt als „viel Lärm um nichts“. Seine Partei setzt sich seit Langem für die Schließung US-amerikanischer Militärbasen in Deutschland ein. Pellmann wies zudem darauf hin, dass bisher kein klarer Übergangsplan für den Abzug vorliege.
Der Truppenabzug und das gescheiterte Rüstungsgeschäft haben die politischen Gräben in der deutschen Reaktion offenbart. Während die einen darin eine marginale Verschiebung sehen, fürchten andere langfristige Schäden für die transatlantische Sicherheit. Die Debatte dreht sich nun darum, wie Europa die entstehenden Fähigkeitslücken schließen will.






