Uwe Steimle kehrt mit skurriler Telegram-Krimiserie Volkspolizeiruf Tatort Ost zurück
Sofia ReisingUwe Steimle kehrt mit skurriler Telegram-Krimiserie Volkspolizeiruf Tatort Ost zurück
Neue Krimiserie Volkspolizeiruf Tatort Ost startet auf Telegram – nicht im klassischen Fernsehen
Die neue Krimiserie Volkspolizeiruf Tatort Ost wird nicht im herkömmlichen Fernsehen, sondern über Telegram-Kanäle veröffentlicht. Hauptdarsteller ist Uwe Steimle, ein ostdeutscher Kabarettist, der nach 15 Jahren Pause wieder in ein Krimi-Format zurückkehrt – diesmal jedoch nicht in den Polizeiruf 110. Hinter den Kulissen gibt es bereits Spannungen zwischen dem Hauptdarsteller und dem Drehbuchautor, die sich um die kreative Kontrolle des Projekts drehen.
Die Serie erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem der öffentlich-rechtliche Sender MDR aufgrund finanzieller Engpässe die Produktion eigener Tatort- und Polizeiruf-Folgen vorerst eingestellt hat. Gleichzeitig unterstützt der Medienunternehmer Holger Friedrich das Projekt im Rahmen einer größeren Initiative für ostdeutsch geprägte Inhalte – darunter Pläne für eine Streaming-Plattform namens Ostflix.
Die Pilotfolge mit dem Titel Mord unter der Windkraftanlage umfasst ungewöhnliche 11.000 Seiten. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein allwissender Oktopus in Winzermütze, der Kommissar Bemme – gespielt von Steimle – bei seinen Ermittlungen unterstützt. Zu Bemmes Team gehören Sahra und Egon, doch der skurrile Ton der Serie kontrastiert mit ihren düsteren Themen.
Volkspolizeiruf Tatort Ost bedient sich ostdeutscher Ressentiments und inszeniert Verbrechen als Taten westdeutscher Zuzügler oder Migranten gegen das Volk. Diese Ausrichtung passt zu Friedrichs früheren Unterfangen, die in der Region mit reaktionären Stimmungen Geld verdienten. Die Premiere auf Telegram – abseits der etablierten Sender – unterstreicht den Nischencharakter des Formats.
Bei einer kürzlichen Presseveranstaltung gerieten Steimle und der Drehbuchautor – ebenfalls ein Uwe – öffentlich aneinander, als es um Überarbeitungen des Drehbuchs ging. Der Streit offenbart kreative Differenzen, noch bevor die Dreharbeiten abgeschlossen waren, und verstärkt die Dramatik um ein Projekt, das sich ohnehin als provokative Alternative zu den etablierten Krimiformaten positioniert.
Die Ankündigung fällt zusammen mit einer wachsenden Bewegung von Medienvertretern, die eine bessere Repräsentation Ostdeutschlands fordern. Die Kürzungen beim MDR, die zu einem Stopp neuer Tatort- und Polizeiruf-Folgen führten, haben eine Lücke hinterlassen, die Friedrichs Ostflix-Initiative füllen soll. Ob die Serie über ihre Kernanhängerschaft hinaus ein Publikum findet, bleibt abzuwarten.
Die erste Folge von Volkspolizeiruf Tatort Ost wird über ausgewählte Telegram-Kanäle veröffentlicht und umgeht damit die klassischen Fernsehnetze. Steimles Rückkehr zur Krimifktion, kombiniert mit Friedrichs Plänen für Ostflix, markiert einen Wandel in der Produktion und Verbreitung ostdeutscher Geschichten. Der Erfolg des Projekts hängt nun davon ab, ob sein unkonventioneller Stil und die polarisierenden Themen beim Publikum ankommen.






