07 June 2026, 22:24

Vassiliadis fordert Steuerreform: Entlastung für Mittelschicht, mehr Abgaben für Reiche

IG BCE fordert Spitzensteuer nur über 100.000 Euro

Vassiliadis fordert Steuerreform: Entlastung für Mittelschicht, mehr Abgaben für Reiche

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE, hat eine Reihe von Steuerreformen vorgeschlagen, die die Belastung für Mittelschichtverdiener verringern und gleichzeitig den Beitrag der Wohlhabendsten erhöhen sollen. Seine Pläne umfassen eine Anhebung der Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz sowie die Einführung neuer Abgaben auf hohe Einkommen und Erbschaften. Die Änderungen sollen Schlüsselbereiche wie Infrastruktur und Verteidigung finanzieren, ohne die gewöhnlichen Arbeitnehmer übermäßig zu belasten.

Vassiliadis schlägt vor, den Einstiegsbetrag für den Spitzensteuersatz von derzeit etwa 70.000 Euro auf rund 100.000 Euro Bruttojahreseinkommen anzuheben. Diese Anpassung, so seine Argumentation, würde die Mittelschicht entlasten, die derzeit einen zu großen Teil der Steuerlast trägt. Gleichzeitig regt er eine leichte Erhöhung des Spitzensteuersatzes um zwei oder drei Prozentpunkte an – dieser liegt aktuell bei 42 %.

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Für die höchsten Verdienstgruppen – also Personen mit Einkommen über 200.000 Euro – plant er eine neue Vermögenssteuer. Die Einnahmen daraus sollen in Infrastrukturprojekte und Verteidigungsausgaben fließen. Vassiliadis unterstützt zudem höhere Erbschaftssteuern und widerspricht damit Bedenken von Wirtschaftsverbänden, die Steuern auf Betriebsvermögen kritisieren. Er ist überzeugt, dass diese Maßnahmen verhindern würden, dass Vermögende ihren fairen Beitrag umgehen.

Die Gewerkschaft bleibt zwar Befürworterin eines linear-progressiven Steuersystems, möchte aber die sogenannte „Mittelschichtsbeule“ abschaffen, bei der mittlere Einkommensgruppen unverhältnismäßig hohe Abgaben leisten müssen. Vassiliadis betont, dass Geringverdiener kaum oder gar keine Steuern zahlen sollten, während die Superreichen stärker in die Pflicht genommen werden müssten. Ihre Beiträge, so sein Argument, würden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sichern, von denen auch Unternehmen profitieren.

Sollten diese Reformen umgesetzt werden, würden sie die deutsche Steuerstruktur grundlegend verändern: Die Kosten für Mittelschichtverdiener würden sinken, während die Wohlhabendsten stärker zur Kasse gebeten würden. Die Vorschläge zielen darauf ab, öffentliche Investitionen mit einer gerechteren Verteilung zu verbinden und sicherzustellen, dass Vermögende die Systeme mitfinanzieren, von denen ihre Unternehmen abhängen. Vassiliadis’ Plan steht nun zur Debatte unter Politikern und Wirtschaftsvertretern.

Quelle