Väter und Söhne: Ein vergessener Fotoband kehrt ins Rampenlicht zurück
Gordana GnatzVäter und Söhne: Ein vergessener Fotoband kehrt ins Rampenlicht zurück
Am 1. Oktober erscheint eine neue Ausgabe des Magazins bodo, die sich auf Väter und ihre erwachsenen Söhne konzentriert. Der bulgarische Fotograf Valery Poshtarov hat jahrelang diese Beziehungen in ganz Europa festgehalten. Seine Bilder erkunden Verbundenheit, Konflikte und kulturelle Vielfalt – doch das Projekt ist seit seiner Premiere 2018 weitgehend unbeachtet geblieben.
Poshtarovs Serie "Väter und Söhne"* zeigt Paare, die sich an den Händen halten, und erzählt dabei persönliche Geschichten von Nähe und Spannung. Trotz ihres Umfangs hat die Arbeit bis 2026** kaum mediale Aufmerksamkeit oder akademische Diskussionen ausgelöst. Die Sonderausgabe des Magazins wird seine Fotografien nun mit Interviews und Essays kombinieren.
Unterdessen vollziehen sich im Ruhrgebiet kulturelle Verschiebungen: Thorsten Bihegue hat Cathrin Rose als Leiter des Jungen Schauspielhauses Bochum abgelöst und setzt in seiner ersten Spielzeit auf radikale Mitbestimmung und Neugierde. In der Nähe kehrte die Sängerin Larissa Sirah Herlen – bekannt als Lary – für den Eröffnungauftritt der Ruhrtriennale nach Gelsenkirchen zurück.
In Castrop-Rauxel trifft sich seit über zwei Jahrzehnten eine Hobbyfußballmannschaft, zu der auch der TV-Moderator Micky Beisenherz gehört. Die Langlebigkeit der Gruppe steht im Kontrast zu Birgits jüngstem Meilenstein: Nach fast vier Jahren ohne eigene Wohnung ist sie endlich in ihre erste eigene Bleibe gezogen. Ein weiteres lokales Projekt, "DortmUnderground 1978–1998", beleuchtet in einer Ausstellung und einem Buch die Punk- und Metal-Vergangenheit der Stadt.
Seit sechs Jahren veranstaltet Thomas Koch Formate, die den Dialog fördern und Fremde dazu bringen, einander zuzuhören und direkt ins Gespräch zu kommen. Seine Reihe verbindet Menschen auf kleine, aber stetige Weise.
Die bodo-Ausgabe erscheint am 1. Oktober und bietet einen seltenen Einblick in Poshtarovs kaum beachtetes Werk. Zwar haben seine Fotografien bisher keine breitere Debatte ausgelöst – doch die Veröffentlichung des Magazins könnte neues Interesse wecken. Im gesamten Ruhrgebiet spiegeln sich in kulturellen und persönlichen Geschichten – von Theaterleitungen bis zu Wohnungsnot – die sich wandelnde Identität der Region wider.






