18 April 2026, 20:32

Warum immer mehr Menschen der Demokratie misstrauen – und wer davon profitiert

Ein Plakat mit einem zentralen Baum, umgeben von Gesichtern, mit Text unten, der "Der politische Cluster im Terrorismus" lautet.

Warum immer mehr Menschen der Demokratie misstrauen – und wer davon profitiert

Warum das Misstrauen gegenüber der Demokratie wächst: Eine neue Analyse des Soziologen Aladin El-Mafaalani

In seinem neuen Buch untersucht der Soziologe Aladin El-Mafaalani, warum das Vertrauen in die Demokratie schwindet. Seine Forschung zeigt, wie Menschen das Vertrauen in Institutionen wie Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Diese Gruppen bilden daraufhin eng vernetzte Gemeinschaften, die nur noch untereinander Vertrauen schenken – und sich zunehmend rechtspopulistischen Parteien wie der AfD zuwenden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In "Gemeinschaften des Misstrauens" erklärt El-Mafaalani, wie digitale Medien es misstrauischen Einzelpersonen erstmals ermöglichen, sich zu vernetzen. Diese Online-Netzwerke entwickeln sich zu Echokammern, in denen die Mitglieder ihre Skepsis gegenüber der etablierten Gesellschaft gegenseitig verstärken. Populistische Strategen nutzen dieses Misstrauen gezielt aus und untergraben so weiter das Vertrauen in demokratische Systeme.

Der Soziologe warnt: Selbst wenn die AfD ihre Versprechen nicht einlöst, werden ihre Anhänger nicht automatisch wieder Vertrauen in die Demokratie fassen. Sobald die Partei an der Macht ist, lässt sie sich nicht einfach als unfähig entlarven – ihre Anhänger haben die traditionellen Institutionen längst abgelehnt. El-Mafaalanis Analyse wirft auch ein Licht auf den Aufstieg von Figuren wie Trump und liefert Ansätze, wie man ihrer Einflussnahme wirksamer begegnen kann.

Das Buch benennt eine zentrale Herausforderung: Ist das Misstrauen erst einmal verankert, lässt es sich nicht mit simplen Lösungen überwinden. Die AfD-Wählerschaft bleibt der Partei nicht wegen ihrer Politik treu, sondern weil sie in ihr die einzige Alternative zu einem System sieht, das sie längst verworfen hat. El-Mafaalanis Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Wiederaufbau von Vertrauen langfristige, tiefgreifende Strategien erfordert – und keine schnellen politischen Rezepturen.

Quelle