18 April 2026, 14:36

Wie die DDR Joseph Beuys 1988 heimlich ausstellte – trotz jahrelanger Ablehnung

Plakat für die Große Kunstausstellung an der Grand Exposition des Beaux-Arts in Dresden, Deutschland, 1904, mit fettem Text, der das Ereignis ankündigt.

Wie die DDR Joseph Beuys 1988 heimlich ausstellte – trotz jahrelanger Ablehnung

1988 zeigte die DDR eine ungewöhnliche Ausstellung mit dem Titel Beuys vor Beuys. Die Schau präsentierte 216 Werke aus der Sammlung van der Grinten, die alle zwischen 1946 und 1966 entstanden waren. Jahrelang hatte der sozialistische Staat Joseph Beuys als "unerwünschte Person" eingestuft – doch sein Einfluss ließ sich nicht länger ignorieren.

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Die Ausstellung wurde zunächst im Berliner Marstall eröffnet, bevor sie an die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst weiterzog. Trotz ihres Umfangs vermieden die Organisatoren sorgfältig jede Erwähnung von Beuys als gesellschaftlich engagiertem Künstler oder Demokrat. Seine politischen und philosophischen Ansichten blieben unter den Kulturrichtlinien der DDR ein heikles Thema.

Selbst nach Beuys' Tod 1986 blieb sein Erbe präsent. Manfred Wekwerth, damals Präsident der Akademie der Künste, räumte ein, dass der Staat Beuys' Wirkung auf Dauer nicht unterdrücken könne. Die Schau markierte ein seltenes, wenn auch vorsichtiges Auseinandersetzen mit einem Künstler, der von den Behörden lange als inakzeptabel galt.

Die Ausstellung Beuys vor Beuys bot einen begrenzten, aber aufschlussreichen Einblick in das frühe Werk des Künstlers. Zwar wurde der politische Kontext ausgeblendet, doch sie deutete eine Wende an, wie die DDR sich mit seinem Erbe auseinandersetzte. Die Veranstaltung zählte zu den wenigen offiziellen Würdigungen Beuys' im sozialistischen Staat vor dessen Zusammenbruch.

Quelle