"Zwei Hasen auf einmal": Eine turbulente Farce bezaubert Nischni Nowgorod
Sofia Reising"Zwei Hasen auf einmal": Eine turbulente Farce bezaubert Nischni Nowgorod
Das Theater Komediya in Nischni Nowgorod beendet seine Spielzeit mit einer temperamentvollen musikalischen Farce: Zwei Hasen auf einmal. Unter der Regie von Anna Feketa erhält die klassische Geschichte einer schicksalhaften Liebesverwirrung ein frisches Update – statt in Kiew spielt die Handlung nun im Odessa der 1920er-Jahre. Die Inszenierung vereint scharfen Humor, opulente Tanzeinlagen und eine für das moderne Publikum neu interpretierte Handlung.
Im Mittelpunkt steht Pronja, ein naives Provinzmädchen, das von Polina Loboda mit viel Hingabe gespielt wird. Ihr Weg von der träumenden Unschuld zur Frau, die sich mit der Wahrheit über das Glück auseinandersetzt, treibt die Geschichte voran. Ihre Eltern, Moische Moissejewitsch (Nikolai Ponomarjow) und Rosa Markowna (Alina Gobyrite), sind verzweifelt bemüht, ihre Zukunft zu sichern – und lösen damit eine Kette chaotischer Heiratspläne aus.
Die Verwicklungen spitzen sich zu, als Swirid Petrowitsch Golochwastow ins Spiel kommt, ein schlauer Schurke, den Maxim Michaljow verkörpert. In eine lieblose Ehe mit Gala (Maria Obolenskaja) gezwungen, verstrickt er sich zunehmend in Pronjas Schicksal. Mittendrin bleibt die schlagfertige Magd Chimka – gespielt von Olga Konowalowa – die einzige Stimme der Vernunft.
Feketas Inszenierung besticht durch mitreißende Musik- und Tanzeinlagen, bei denen die Lieder eng mit der Handlung verwoben sind und die komödiantischen wie emotionalen Höhepunkte der Farce unterstreichen. Die Geschichte gipfelt in einem scheinbar glücklichen Ende – doch das Publikum mag sich fragen, ob es echt ist oder nur eine flüchtige Illusion.
Zwei Hasen auf einmal ist noch bis zum 2. Juli zu sehen und bietet eine Mischung aus Witz, Spektakel und dem Charme der 1920er-Jahre. Die Vorstellung wird für Zuschauer ab 16 Jahren empfohlen. Mit seiner kühnen Neuerzählung und den mitreißenden Darbietungen verspricht das Stück einen unvergesslichen Saisonabschluss des Theaters.






