250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Sofia Reising250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt vorgestellt. Ihre Forderungen umfassen schärfere Gesetze gegen digitale Gewalt, besseren rechtlichen Schutz für Opfer sowie klarere Definitionen von sexueller Einwilligung. Die Gruppe drängt auf dringende Reformen, um bestehende Lücken in der aktuellen Gesetzgebung zu schließen.
Im Mittelpunkt der Vorschläge des Bündnisses stehen digitale Gewalt und Sexualstraftaten. Gefordert wird ein neues Gesetz, das die schnelle Löschung schädlicher Online-Inhalte sowie die Identifizierung der Verantwortlichen sicherstellt. Ein konkreter Punkt ist die Strafbarkeit nicht einvernehmlicher Deepfake-Pornografie, einschließlich KI-gestützter "Nudify"-Apps, die Menschen auf Fotos digital entkleiden.
Die Bundesregierung hat bereits erste Schritte unternommen, um diese Probleme anzugehen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) brachte im Frühjahr 2026 einen Gesetzesentwurf auf den Weg, der mit § 184k StGB die Erstellung und Verbreitung pornografischer Deepfakes und nicht autorisierter intimer Aufnahmen unter Strafe stellt – mit Haftstrafen von bis zu zwei Jahren. Der Entwurf befindet sich derzeit in der Ressortabstimmung und soll bald dem Kabinett vorgelegt werden. Damit werden Ziele aus dem Koalitionsvertrag sowie EU-Richtlinien bis 2027 umgesetzt.
Das geplante Gesetz schließt zudem langjährige Lücken in der Strafverfolgung von Cyberkriminalität. Es sieht vor, dass Plattformen Konten sperren und IP-Daten für drei Monate speichern müssen – Maßnahmen, die durch prominente Fälle wie den von Collien Fernandes angestoßen wurden. Über die digitale Gewalt hinaus setzt sich das Bündnis dafür ein, Femizide als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch anzuerkennen. Zudem fordern sie ein "Ja-heißt-Ja"-Modell im Sexualstrafrecht, das in allen sexuellen Begegnungen eine explizite Zustimmung verlangt.
Der Plan des Bündnisses zielt darauf ab, den Schutz vor sowohl physischer als auch digitaler Gewalt zu stärken. Bei Umsetzung würden die Reformen strengere Strafen, klarere rechtliche Definitionen und eine größere Verantwortung für Täter mit sich bringen. Der Regierungsentwurf ist ein erster Schritt zur Erfüllung dieser Forderungen; weitere gesetzliche Änderungen werden im kommenden Jahr erwartet.






