23 March 2026, 20:38

Gedenkfeier in Rödermark erinnert an Opfer der Novemberpogrome 1938 und warnt vor aktuellem Antisemitismus

Luftaufnahme des Holocaust-Mahnmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin, das zahlreiche rechteckige Betonsteine in einem Gittermuster zeigt.

Gedenkfeier in Rödermark erinnert an Opfer der Novemberpogrome 1938 und warnt vor aktuellem Antisemitismus

Rund 150 Menschen versammelten sich in Rödermark an einem Mahnmal, um an den 85. Jahrestag der Novemberpogrome 1938 zu erinnern. Die Veranstaltung ehrte die jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die während der NS-Herrschaft vertrieben, deportiert und ermordet wurden. Bürgermeister Jörg Rotter nutzte die Gelegenheit, um zu entschlossenem Handeln gegen den wieder erstarkten Antisemitismus in der Gegenwart aufzurufen.

Vor 1938 lebten etwa 20 Jüdinnen und Juden in Urberach und Ober-Roden, darunter Familien mit Namen wie Adler, Hecht, Katz und Strauß. Historische Unterlagen – darunter Synagogendokumente, Volkszählungsdaten und lokale Gedenkstätten – belegen ihr Wirken als Unternehmer, ihre erzwungene Auswanderung und die Lebensumstände vor der Deportation. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden fast alle noch verbliebenen jüdischen Bewohner gewaltsam vertrieben. Keiner der in Vernichtungslager Deportierten überlebte.

Das Mahnmal in der Bahnhofstraße 18 erinnert speziell an die Familie Katz und die Adlers. Während der Gedenkfeier verlas der Vorsitzende des Stadtrats, Sven Sulzmann, die Namen der Opfer und zitierte aus dem Talmud. Die Veranstaltung endete mit einem interreligiösen Gebet, das von einem Frankfurter Rabbiner verfasst worden war.

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Bürgermeister Rotter verurteilte die jüngsten Feiern zum Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 in deutschen Städten. Er betonte, wie wichtig es sei, dass Sicherheitsbehörden schnell gegen judenfeindliche Bedrohungen vorgehen und Gerichte konsequente Strafen verhängen. Seine Rede unterstrich das Gelöbnis "Nie wieder" angesichts der aktuellen Spannungen im Nahen Osten.

Die Gedenkveranstaltung war zugleich Erinnerung an die Verbrechen der Vergangenheit und Mahnung vor den Gefahren der Gegenwart. Lokale Verantwortungsträger forderten konkrete Maßnahmen gegen Antisemitismus – von polizeilichen Ermittlungen bis zu juristischen Konsequenzen. Das interreligiöse Gebet am Mahnmal bekräftigte das gemeinsame Bekenntnis, Hass keine Chance zu geben.

Quelle