Abschied vom Gorki-Theater: Ein Abend zwischen Wehmut und Neuanfang
Tomislav PaffrathAbschied vom Gorki-Theater: Ein Abend zwischen Wehmut und Neuanfang
Das Maxim-Gorki-Theater in Berlin markierte mit einem Abschiedsabend unter dem Titel Lieder aus den letzten Jahren einen Wendepunkt. Die Veranstaltung feierte jüngste Produktionen und läutete zugleich eine künstlerische Neuausrichtung des Hauses ein. Gäste kamen zusammen, um auf die Ära unter der scheidenden Intendantin Shermin Langhoff zurückzublicken.
Der Abend begann mit Via Jikeli, die Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen aus Christian Weises Der Untertan zum Besten gab. Später betrat Jonas Dassler die Bühne und sang den Fledermaus-Aussterbelied. Diese Auftritte standen exemplarisch für den postmigrantischen Fokus des Theaters, der mittlerweile als fester Bestandteil des kulturellen Kanons gilt.
Shermin Langhoff verzichtete auf eine lange Rede und bedankte sich stattdessen in wenigen Worten beim Publikum. Auch Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, würdigte in einer Ansprache ihre Verdienste.
Nach der Veranstaltung zog eine Gruppe von Freunden – darunter eine Person, die nach zwölf Jahren Berlin verließ – in eine Bar in Neukölln weiter. Der Satz Das Gorki ist tot. Es lebe das Gorki! spiegelte die Unsicherheit und den Aufbruch wider, die die Zukunft des Theaters prägen.
Der Abschiedsabend bestätigte den Wandel des Hauses unter neuer Führung. Die Aufführungen und Reden unterstrichen seine kulturelle Strahlkraft. Das Gorki steht nun vor einem neuen Kapitel – mit einem fest verankerten Erbe.






